Metal CD Review

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A Tortured Soul "Kiss Of The Thorn"

A Tortured Soul - Kiss Of The Thorn - CD-Cover

1.10.2007
Das Bandinfo-Sheet kündigt es an: A Tortured Soul produzieren „traditional Heavy Metal“. Stimmt so. Und dass die fünf Herren aus den USA kommen, hört man der Musik auch an.
2000 gegründet hat die Band erst 2005 ihr erstes Demo „Tomorrow’s Door“ aufgenommen, das dann auch gleich die Aufmerksamkeit von Northern Silence Productions auf sich zog. „Kiss Of The Thorn“ ist nun das Debütalbum, released von Eyes Like Snow, einem Seitenarm von Northern Silence Productions. So einen Verlauf würden sich andere Bands wohl auch wünschen.

Man ahnt es schon, wenn man das Genre kennt: die Songs sind schwer gitarrenlastig, was die Reviewerin schon mal freut. Aber was Rick Black mit seiner Stimme anstellt ist teilweise schwer gewöhnungsbedürftig.
Es geht los mit „tomorrow’s door“. Relativ schnell mit einer eigenartigen Vocals-Kombination. Mal klingt es nach Durchschnittsstimme, mal als hätte jemand Herrn Black ganz gewaltig in die Kronjuwelen getreten. Song zwei, „not tonight“, ist etwas ruhiger und der Gesang erinnert entfernt an Ozzy. Beim folgenden Song „nocturne“ frage ich mich langsam wirklich, wie das mit den Vocals geht. Hohe und tiefe Stimme wechseln sich ab und ich habe keine Ahnung, wie das die gleiche Person fabrizieren kann. „Little girl“ beginnt ruhig, zieht dann wieder an. Und durchgehend die hohe Eunuchen-Stimme (ok, ein dunkel gesprochener Part ist auch dabei)... In „cut and bleed“ wechselt das Tempo, die hohe Stimme kommt nur im Chorus zum Einsatz. Weiter geht es mit „altar of sangria“, die Tonlagen wechseln sich wieder gegenseitig ab. Der Titeltrack „kiss of the thorn“ ist relativ treibend, kräftig und die tiefe Stimme gefällt mir recht gut. Song acht, „parasite“, fällt ein wenig aus der Reihe, da er mit einem Akkustik-Gitarren-Intro startet, das dann in die E-Gitarren übergeht. Erst nach gut zwei Minuten geht der Song richtig los. „The chain“ ist etwas gemütlicher, die Stimme verleiht aber Power. Den überwiegend ruhigen Schluss macht „13“.

Ich habe die ganzen Gitarren Soli nicht mitgezählt, aber es sind unendlich viele, die sich auch hören lassen können. In „parasite“ gefällt mir eins besonders gut.

Auf Dauer wird mir beim Hören langweilig. Ich bin mir aber sicher, dass noch mehr in der Band steckt. Auch, wenn sie schon seit sieben Jahren existiert, ist es eben doch erst ihre zweite Aufnahme. Die Gitarren-Fraktion Nate Gorence und Stefan Bohl ist schon mal überzeugend, auch Eric Gnant (Drums) und Wes Tesch (Bass) können sich hören lassen. Rick Black sollte aber noch an seiner Stimme arbeiten. Zwischendurch, bevorzugt in den meist hymnisch anmutenden Chorussen, erreicht er Höhepunkte, ansonsten hört es sich doch noch recht häufig wie gewollt und nicht gekonnt an.

Empfehlen kann ich die CD nur bedingt, abraten kann und will ich aber auch nicht. Am besten selber reinhören und dann entscheiden.

Tracklist

1. tomorrow’s door ***
2. not tonight ***
3. nocturne ***
4. little girl
5. cut and bleed
6. altar of sangria
7. kiss of the thorn
8. parasite ***
9. the chain ***
10. 13
Punkte: 6,5/10 Kerstin /V.U. Label: Eyes Like Snow
Anspieltipps: **** CD suchen bei

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