Agonizer "Birth / The End"
6.10.2007
Mit Agonizer trifft eine Band in den Vordergrund, die die Tücken des Business in den bereits 9 Jahren ihres Bestehens schon oft zu spüren bekommen hat; Mehrmals stand man vor dem Abschluss eines Deals mit einem größeren Label, und kurz vor knapp wurde dann doch nix draus. Kein Wunder, dass die Finnen mehr als glücklich sein dürften, nun endlich bei Spinefarm untergekommen zu sein, die ihre erstes Full-Length Album in die Startlöcher gebracht haben. Die sechs Jungs sind offensichtlich richtig gierig gewesen und zeigen, allen voran Frontmann Pasi Kärkäinnen, dass die andern Label sich gehörig in den Hintern beissen werden, diese Band nicht gesignt zu haben. Die Band hatte die komplette Scheibe bereits im Kasten, bevor sie sich auf die Suche nach einem Label machten.
Agonizer spielen absolut massenkompatiblen, melodischen Metal. Die Gitarristen Joni Laine und J-P Perälä., die ununterbrochen ohrwurmmäßige Harmonien ausspucken, unterstützt durch Keyboarder Patrik Laine, sorgen für einen fetten, sehr melodischen Sound.
Trotzdem schwingt in Songs wie „Everyone of Us“ die typisch finnische Melancholie mit, so dass die Scheibe keinesfalls nach Bands wie Masterplan oder der Landsmännern Stratovarius klingt, sondern eher wie eine Mischung aus Gamma Ray, HIM und Monster Magnet. Interessante Mischung, oder?
Manchmal fast schon poppig, an anderer Stelle klingt der Gesang von Pasi wirklich nach Dave Wyndorf (z.B. Hazardous), der dem ganzen eine dreckige Portion Rock´n´Roll verpasst, stellenweise fühl ich mich von der Stimme aber auch an Nickelback erinnert.
Die 8 Tracks sind allesamt Ohrwürmer, die im Gedächtnis hängen bleiben.
Ob man will oder nicht. Wer hat sich selbst noch nie dabei ertappt, bei irgendeinem poppigen Lied mit einfachem Rhythmus mit dem Fuß mitgewippt zu haben, nur um sich dann schnell umzuschauen, obs jemand gemerkt hat...
Ähnliches könnte dieses Album auslösen, denn den einen wird’s hier auf jeden Fall zu breitenwirksam angelegt sein. Auf Underground-Sound hat man es hier beileibe nicht angelegt. Wer sich aber vor solchen Einflüssen nicht verschliesst, muss anerkennend zugeben, dass hier ein sauberes Stück Musik abgeliefert wurde, dass an manchen Stellen durchaus amtlich rockt. Für den Eurovision Song Contest wäre es deshalb wohl doch noch ein wenig zu hart.
Genug der Witze, jetzt zur Bewertung: Gesamteindruck: Sehr gutes Melodic Metal Album, das eine hohe Punktzahl auf jeden Fall verdient. Auch wenn ich innerlich an Ville Valo denken muss...
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