Amagortis "Pre-natal Cannibalism"
1.4.2008
Vielversprechend klingt er, der fast schon etwas überladene Albumname der Schweizer Death-Metal-Combo. Die Jungs und Mädels, die sich 2001 zusammengefunden haben, veröffentlichen mit “Pre-natal Cannibalism” bereits ihr zweites Werk und heizen der Metallergemeinde gehörig ein. Die drei Schweizer und eine Schweizerin warten auf mit feinstem Death Metal der ganz besonders brutalen und schnellen Art. Dabei vergessen die Musiker aber nie die Präzision in ihrem Spiel. Ungenauigkeiten gibt es bei Amagortis nicht. Bereits ihr erster Song “Pleasure Chest” knüppelt richtig los. Seichte Instrumentalprologe braucht der Hörer bei diesen kompromisslosen Todbringern nicht zu erwarten... Das einzige, was sich Amagortis zwischen ihren Stücken erlauben, sind zeitweilen gesprochene Zwischenpassagen, die von einem Song zum nächsten überleiten. Diese zerstören aber ganz und gar nicht die schmetternde Wirkung der Stücke, wie dies leider bei vielen anderen Alben anderer Bands der Fall ist. Das zweite Stück des Albums nennt sich “Overdose Pleasure” und knüpft in seiner Machart ziemlich an seinen Intro-Vorgänger an, ist jedoch gesanglich noch etwas brutaler, unverständlicher und an manchen Stellen dem Grindcore ähnlich. Hier übermannt einen ziemlich schnell das Gefühl einfach nur aufzustehen und gnadenlos zu bangen!!! Neben den bereits angesprochenen Attributen wie Tempo und Brutalität verstehen sich Amagortis auch auf die Wahl ihrer Rhythmen, die sich im Zuhörer festfressen und ihn nicht stillsitzen lassen! Dieses Stück ist wie alle Lieder dieser Platte eine einzige Party! Faszinierend ist neben der Musik auch die Besetzung der Bande: Dem ein oder anderen mag es aufgefallen sein, diese Band besteht zu 25% aus Frauen. 25% macht bei dieser Band genau eine Person und die bedient hier den Bass. Lobend hervorgehoben werden sollte wirklich einmal, dass eine junge Dame, die noch dazu zierlich und gutaussehend ist, sich dem Death Metal verschrieben hat. Das findet man viel zu selten...
Das einzige Manko an diesem Album ist, dass die Songs wenig Wiedererkennungswert besitzen. Sie sind von einander nicht immer einfach zu unterscheiden (was durchaus auch im Death Metal-Bereich möglich sein sollte...) und weisen auch keine allzu große Abgrenzung zu anderen Bands dieses Genres auf. Nichstdestoweniger machen Amagortis tierisch Spaß und trotz geringer Individualität kann man sich mit dieser CD einige Nackenschmerzen einfangen.
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