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Amartia "Marionette"

Amartia - Marionette - CD-Cover

5.3.2007
Marionette“ ist das zweite Album der aus Frankreich stammenden Band Amartia, die sich mit ihrem Sound aus einer Mischung von atmosphärischen und progressiven Klängen nur schwer in eine Schublade stecken lassen. Was für die Band Vor- und Nachteile mit sich trägt!
Zum einen zeigt die deutsche Sängerin Britta Herzog, die auf diesem Album teilweise drei Sprachen (Englisch, Französisch und Deutsch) in einem Song vereint, stimmlich sehr viel Gefühl für Tiefgang und epische Tragweite der Lieder, und gemeinsam mit harmonischer Unterstützung der Instrumente eröffnet sie dem Hörer immer wieder wunderschöne, musikalische Landschaftsbilder, die einem an Seele und Herz zu greifen scheinen. Dies lässt sich ganz wunderbar in „Ignorance“ nachvollziehen, das nach dem minimalistischen Intro „Desert“ wie ein befreiendes Tor zu diesem Album erscheint – das jäh wieder durch „Surprends-moi“ geschlossen wird. Denn hier geschieht ein starker Bruch im Gesamterscheinungsbild des Albums, der beispielhaft für den folgenden Verlauf dessen ist. Die Wechselhaftigkeit von „Marionette“ erscheint mir wie ein gordischer Knoten, durch den sich der Hörer beißen soll, es aber kaum schaffen kann. Denn nach diesen ganz wunderbaren Melodien, die ich bereits gelobt habe, kommen uns Amartia mit einem komplexen und nur schwer nachvollzuvollziehenden Liedaufbau, der keinen roten Faden mehr erkennen lässt. Dies zeigt sich, wie schon gesagt, nicht nur bei „Surprends-moi“, sondern auch bei Songs wie „Revolution der Marionette“, das sich kaum auf wieder erkennbare Elemente einlässt, sondern deutsche, englische und französische Textzeilen aneinanderhängt, die somit leider auch die Thematik der Texte ins schiere Nichts brausen lassen. Und in absolut nicht erwarteten Soli zeigen die Musiker uns, was ne Harke ist! Sie spielen alle sehr gut, keine Frage, aber sie spielen vor allem gefährlich mit den Nerven der Hörer. Vor allem Keyboard-Soli sind hier groß geschrieben, die Gitarren sind leider etwas seicht abgemischt und kommen meist nicht kraftvoll genug zur Geltung, was bei mir den Anschein erweckt, dass sie nur als Grundlage für musikalische Komplexität dienen sollen.
Insgesamt ist die Musik von Amartia etwas für anspruchsvolle Hörer, die nicht genug kriegen können von experimentellen Sounds und Unvorhersehbarkeiten. Für Anhänger des gediegeneren Geschmacks, die auf wiederkehrende Refrains und zumindest einigermaßen absehbare Songverläufe stehen, wird diese Scheibe nichts sein. Ein äußerst schwer verdauliches Werk, an das man auch einen Tick mehr Gewöhnlichkeit hätte geben können. Trotz allem ein großes Lob an die Stimme und das spielerische Können der Band – nicht zu unterschätzen!

Tracklist

1. Desert *
2. Ignorance *****
3. Surprends-moi **
4. Come back from Heaven ***
5. NDE ***
6. Revolution der Marionette *
7. Lost *
8. Chosen One **
9. Just try *
Punkte: 5/10 Rebecca Rey/V.U. Label: Thundering Records
Anspieltipps: ***** CD suchen bei

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