Amoral "Reptile Ride"
24.8.2007
Und wieder was aus dem Land der unendlichen Metalbands: Amoral lassen ihr drittes Album „Reptile Ride“ auf die Menschheit los. In ihrem Heimatland Finnland schon mit berechtigtem Erfolg: Platz 5 in den Albumcharts.
Neun tolle, abwechslungsreiche Songs befinden sich auf dem Silberling, der seit gestern bei mir auf Dauerrotation läuft. Es wird dabei nicht langweilig und ich freue mich darauf, Niko Kalliojärvi, Ben Varon, Silver Ots und Juhanna Karlsson (bis dahin dann zumindest mit Aushilfs-Bassisten, vielleicht sogar mit neuer Dauerbesetzung) im Herbst mit Norther und Drone auf ihrer Europa-Tour zu sehen.
Ganz eindeutig lassen sich die Songs der Herren aus Helsinki keinem Genre zuordnen: melodischer death metal mit nicht zu überhörenden thrash- Einschlag und hin und wieder einem Touch progessive metal, könnte man sagen.
Los geht es mit „Leave Your Dead Behind“, der gleich reinhaut. Hätte ich nicht gewusst, dass es sich um eine finnische Band handelt, hätte ich es spätestens anhand der Flitzefinger, die über die Gitarrengriffbretter sausen, erahnt.
Es folgt „Nervasion“, dessen eingängiges Riff während des Chorus den Song von den anderen hervorhebt.
Bei „Hang Me High“ würde ich fast sagen, dass sich die Herrschaften zu Beginn und am Ende durch den Song metzeln, wobei metzeln wohl ein klein wenig übertrieben ist. Der Mittelteil besitzt jedoch, wie die Songs davor, wieder einen melodiösen Anteil.
„Mute“ hat einen totalen Widererkennungscharakter und gehört zu meinen Favoriten auf dem Album. Ein im Grunde einfacher und unkomplizierter Song, der mit seinen eingängigen Riffs bei mir für einen Ohrwurm sorgt.
Song fünf, „Few And Far Between“, fällt ein wenig aus dem Schema der anderen Songs: verhältnismäßig langsam und scheinbar schwerfällig wälzen sich Drums und Gitarren zu Beginn voran, wobei die Gitarren aber zeitweise gut anziehen und die „Flitzefinger“ wieder, wenn auch nicht so auffällig, da sind. Dennoch behält der Song durchgehend seinen relaxten Charakter.
„Snake Skin Saddle“ assoziierte ich beim ersten Hören mit der Titelmusik irgendeines (amerikanischen) Actionfilms... weiß der Geier, warum. Ich bin auch noch auf der Suche nach der Kleinigkeit, die dafür sorgt, dass ich von diesem Song nicht so begeistert bin wie vom Rest.
Auf „D-Drop Bop“ mit seinen wälzenden Riffs und teilweise mehrstimmig geschrienem Chorus folgt „Apocalyptic Sci-Fi Fun“, rein instrumental. Apokalyptische Stimmung kommt dabei allerdings bei mir nicht auf, stattdessen vermisse ich irgendwie den roten Faden. Es wirkt, böse und etwas übertrieben gesagt, ein wenig, als seien einfach diverse einzelne Parts mit kleinen Übergängen zusammengesetzt worden.
Den Schluss macht „Pusher“, der mich, man möge mir den Vergleich verzeihen, ein ganz klein wenig an die neueren Amorphis Sachen erinnert. Nichtsdestotrotz ein toller Song!
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