Amphitryon "Sumphokeras"
3.4.2007
Diese mir völlig unbekannte Band kommt aus Frankreich und produziert laut Infoblatt einen musikalischen Mix aus My Dying Bride, Therion und Septic Flesh, was ich allerdings als Vergleich nicht wirklich hundertprozentig passend finde.
Beschrieben wird ihr neues, halluzinierendes Konzept Album mit dem zungenbrecherischen Namen "Sumphokeras" als etwas neues, das als "Symphonic Avandt-garde Doom / Death" -Metal beschrieben werden könnte. Na gut, die Einflüsse von klassischer Musik sind jedenfalls nicht von der Hand zu weisen.
Das Intro "Archeia" beginnt mit Voodoo-mässigen Tribalklängen, einem Mönchchor und unheimlichem Flüstern. Türknarzen, begleitet von etwas, das sich verstörenderweise wie die Tastatur eines Handys anhört, schafft eine sehr unheimliche Atmosphäre. Man kommt sich vor als würde man eine verlassene Klosterruine betreten, in der gerade ein satanisches Ritual abgehalten wird. Unglücklicherweise platzt man genau in dem Moment herein, als das Opfer geschlachtet wird...
"Theocracy" wird eingeleitet von finsterem Knurren, Mönchgesang und einer weiblichen Stimme im Hintergrund, welche mich vom ersten Moment an sehr an Viebeke von Tristania erinnert. Weiter geht es mit tiefbösem Knurren, das sich mit weiblichen Chören abwechselnd ein böse-fragiles Duell liefert. Der Song kommt zwar getragen und doomig daher, wirkt aber trotzdem wegen der Grunt-Vocals furchtbar böse. Von der Machart her erinnert mich dies im ersten Moment leicht an Tristanias Erstlingswerk. Es folgen immer wieder -teils sehr abrupte- Wechsel zwischen Knurren und Gesang. Zwischendurch meldet sich auch mal ein verzerrtes Keyboard unterlegt von schreddernden Gitarren zu Wort. Bizarr.
"Omen" wird eingeleitet von cleanem Männergesang, welcher sehr Mönch-like daher kommt. Ein böses Knurren stürzt wie Lawine darüber und von da an geht es mit dem bekannten Wechsel zwischen Grunts und Chören weiter. Ein sehr schleppender Song, der abrupt im Nichts endet.
"Cadence Of The Rowers" ist ein rein instrumentales Stück. Es hört sich an als würde jemand psychopatisch auf ein längst auf dem Speicher verstaubtes Klavier einhämmern.
Mönchchöre leiten mal wieder den nächsten Song "Armadas Conflict" ein, kurz darauf kommen weibliche Chöre wie gewohnt dazu, danach das übliche Knurren. Hier findet man sehr viele instrumentale Parts, aber auch schreddernde Gitarren als Gegenpol. Dieser Song ist meiner Meinung nach zu sehr im Instrumentalen verloren, daher wird er leicht langweilig
Bei "Pantheon" beginnt, wie kann´s auch anders sein, ein "Mönch" zu singen. Doch kurz darauf tritt zum ersten Mal die weibliche Stimme durch Lead Vocals in den Vordergrund und ist nicht nur Teil des Chors. Der erste Teil des Songs ist sehr ruhig, doch im zweiten Teil nimmt das Knurren wieder Überhand.
Armageddon ist nah? Zumindest hört sich das bei "Paths Of Dementia" anfangs so an bevor es in dem gewohnten männlich-weiblich Wechsel weiter geht.
"Phtoneros Daimon" fängt sehr melodiös an, es ertönt kurz weiblicher Gesang, dann wird der Song mal schneller mal doomiger, schwere Gitarrenwänden krachen hernieder, mysteriöse Keyboardsprenkel werden eingestreut. In der Mitte des Songs donnert es, gefolgt von einem leisen, unheimlichen Flüstern und beschwörerischen Männerstimmen; eine dämonische Teufelsstimme ertönt, stets in Begleitung von Donnergrollen. Anschliessend krachen die Gitarrenwände wieder wie ein Orkan los.
"Samsara" beginnt mit Gemurmel, welches in ausnahmsweise mal nicht-choralen Gesang übergeht. Natürlich wird auch hier wieder wie gehabt ein bisschen Gegrunze über einem doomigen Teppich eingestreut.
Fazit: Beauty and the Beast kann man zwar nicht neu erfinden, aber zumindest der Ansatz dazu ist Amphitryon gelungen, denn die Platte ist schon sehr bizarr und einen Tick abgedrehter als die übliches Klischees. Das Schema bleibt jedoch trotzdem das immer-gleiche: Mönchchor-Knurren-weibliche Vocals-Knüppeln und Schreddern. Wird nach einer Weile auch etwas langweilig. Ich hab jedoch auch schon schlechtere Bands dieses Genres gehört.
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