Metal CD Review

V.U.-Site durchsuchen

Atargatis "Nova"

Atargatis - Nova - CD-Cover

29.10.2007
Laut der Band Atargatis soll ihr neues Werk „Nova“ das Zusammenspiel der vier Elemente beschreiben – und tatsächlich klingt es wie aus einem Guss aus Feuer, Wasser, Luft und Erde! Es beginnt zunächst mit einem sehr imposanten und melodiösen Intro, das schon von der ersten Sekunde die Richtung angibt: Bombast, Pathos, atmosphärische Klänge. Der auf das Intro folgende Song „Ebon Queen“ ist allein ein Paradebeispiel für das gesamte Album. Schöne Orchesterpassagen führen den Hörer sanft in ein dramatisch angehauchtes Lied, das vor allem von der angenehmen Stimme Stephanie Luzies getragen wird, die wie geschaffen scheint für die beinahe poppigen Refrains. Die leicht einzuverleibenden Refrains sehe ich auf dieser Scheibe übrigens als eindeutigen Pluspunkt! Dadurch, dass die Melodien sehr einprägsam gehalten sind, wird dem Album die Schwere genommen, die teilweise durch kompositorische Feinheiten in den Instrumentalparts entsteht, was man an stärksten den Gitarren in „The Marching Of The Fey“ anhört.
Die schon erwähnten orchestralen Teile, der teils klassische Gesang von Sängerin Stephanie Luzie, die mega-saubere, imposante und äußerst fette Produktion der Scheibe „Nova“ lassen mich des öfteren an Nightwish denken, wobei Atargatis längst nicht so sehr nach Disney klingen, und die mir vorliegende Scheibe sehr viel mehr Härte beinhaltet. Ein gutes Beispiel hierfür ist „Firebird“, ein Song, in dem alles zu finden ist, was man von Gothic-Symphonic-Metal erwartet; die schöne Stimme, tolle Streicher-Einlagen und so weiter...aber: es wird auch mal ein wenig gegrowlt, denn der Bassist Lord Lornhold sollte hier nicht unerwähnt bleiben – seine fast schon minimal gehaltenen Gesangspassagen verleihen vereinzelten Songs die Würze, damit das Album nicht in Schmalz und Opernstaub versinkt. Überhaupt muss ich hier auch auf die Gastvocals von Crematory-Sänger Matthias Hechler in „Frozen Innocence“ , „Fever Of Temptation“ und „Comets“ aufmerksam machen, die zwar nie große Teile der Lieder einnehmen, aber dennoch ein stimmiges Bild im Duett mit der Sängerin abgeben (heißt ja nicht umsonst „Gast“vocals).
Überhaupt gefällt mir der stete Wechsel des Albums, der aber immer im Rahmen bleibt. Es wird auf wüste Experimente verzichtet, was bei anderen Bands dieses Genres anscheinend schon zum guten Ton zu gehören scheint – insofern ganz erholsamer Gothic Metal, den ich mir hier anhören darf. Ein toller Mix aus ordentlichem Tempo, wie zum Beispiel wunderbar in „Riven“ zu hören ist, und langsameren Songs (das Wort Ballade wäre nicht passend, so etwas sucht man hier vergebens im typischen Sinne!). Was mich ebenfalls freut, ist die Coverversion des Songs „Crucified“ der schwedischen Gruppe Army Of Lovers. Sehr gelungen, schön an den eigenen, modernen Sound von Atargatis angepasst und für mich viel besser als das Original – allerdings passt es als Cover mittendrin im Album nicht mehr ganz zum Thema von den vier Elementen, denn jeder einzelne Song verbreitet eine gewisse Farbe und somit auch ein Element, was man schon den Titeln ablesen kann, aber auch sofort hört. Die Umschreibung „atmosphärisch“ findet so auch noch seinen richtigen Platz, denn gerade die als solche klar zu erkennenden Sounds geben den Liedern ihr Element, ihren Charakter, ihr Tempo und ihre Klangfarbe.
Gut gemacht, allerdings gibt es einen kleinen Punktabzug auf Grund der überflüssigen Bonustracks, die langweilig vor sich hin träufeln – da stand wohl der berühmte Schluck Wasser in der Kurve als Element Pate.

Tracklist

1. Balance (Intro) ***
2. Ebon Queen ****
3. Frozen Innocence ***
4. Riven ****
5. Stars Are Falling ****
6. Crucified *****
7. Green Lake´s Ground **
8. Fever Of Temptation ****
9. When The Ice Breaks ***
10. The Marching Of The Fey ***
11. Firebird ****
12. Deliverance ***

Bonustracks:

13.Comets (Nova Part I) *
14.Watermight (Nova Part II) *
Punkte: 7,5/10 Rebecca Rey/V.U. Label: Massacre Records
Anspieltipps: ***** CD suchen bei

» CD bei Hitflip tauschen » CD bei Hitmeister kaufen


weitere CD-Reviews »»
© Visions Underground Heavy Metal Magazin, webdesign by Grit Laskowski