Autumn Hour "Dethroned"
29.1.2010
Auweia, das ist mir ja mal wieder was abgehobenes! Gut, ich mag solche Sachen ja, weil die letzten Scheiben von Pain Of Salvation und Tool mag ich ja auch. AUTUMN HOUR sind in einer ähnlichen Schiene daheim. Spacige Melodien fernab vom radiotauglichen Mainstream, leicht jazzig angehaucht, dabei stets immer interessant, auch ein wenig zugänglicher als die Zuvorgenannten. Die Bandbreite reicht dabei von gefühlvollem Akkustikballaden-Stoff bis hin zu noisig-verzerrten Akkorden, von kraftvollem Schreien übers hohe Jaulen bis hin zum braven Singsang. Abwechslung gibt es also zuhauf, denn wenn ich von balladesken Teilen spreche, heißt das noch lange nicht, dass ein kompletter Song Kuschelrocktauglich ist - gut, das abschließende ´How Were We Supposed To Know?´ ist schon gut verträumt, bis es sich dann in heftigen Eruptionen entlädt. So hat jeder Song seine ruhigen und aufgewühlten Momente und entführt den Hörer in ein ganz eigenes Universum. Dabei taugt "Fade Out" auch mehr zum aufmerksamen Zuhören denn zum nebenbei laufen lassen, da immer wieder kleine Haken und Ösen eingebaut sind, die ein dahinplätschern verhindern und sich so die Aufmerksamkeit erobern, die ihnen gebührt. Übrigens lohnt es sich wirklich, in die Scheibe nicht nur einmal kurz reinzuhören, denn die Songs brauchen Luft zum Atmen und Zeit, sich zu entwickeln. Dann wird das, was anfangs etwas schräg anmutete, plötzlich stimmig und ganz selbstverständlich. Man muss etwas Zeit investieren, aber dann wird man sehr bald gut Freund mit AUTUMN HOUR und ihrem eigenwilligen Jupiter. Sicherlich nichts für jedermann und jeden Tag, aber ganz sicher ein Geheimtipp für eine eingeschworene Gruppe, zu der ich mich nach dem x-ten mal Hören nun auch zähle.
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