Autumnal Reaper "Rise Of The Raging Death"
9.2.2010
Schwere düstere Klänge kriechen aus den Boxen und lassen Unheilvolles erahnen: Autumnal Reaper melden sich mit ihrem dritten Longplayer „Rise Of The Raging Death“ zurück. Bei der Produktion des neusten Schlachtfestes unterstützte Produzent Dick Kemper (Vandenberg) den brutalen Vierer mit seinen genialen Fähigkeiten an den Reglern. Das erfreuliche Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist ein harter Metal-Bolzen, der qualitativ die beiden Vorgängeralben ordentlich in den Schatten stellt.
Es wird geballert und gegrunzt, was das Zeug hält. Gerade die Gitarren und die Drums werden auf’s Übelste malträtiert, so dass man fast Mitleid haben könnte. Aber neben dem permanenten Double-Bass-Gewitter erheben sich auch vereinzelte melodische Passagen und lassen dem heiß gelaufenen Kopfpropeller einige kurze Verschnaufpausen.
So beginnt beispielsweise „Guilty Of Divinity“ mit einem keyboard-lastigen Intro, welches eine mystische Atmosphäre erzeugt. Die Tasten in diesem Stück werden von Mike Browning gespielt, der u.a. von Nocturnus bekannt ist und auch schon bei Morbid Angel mitgewirkt hat.
„Chambers Of Infinite Madness“, welches sich eins der Highlights des neuen Todes-Werkes schimpfen kann, beginnt darüber hinaus mit einer bedrohlichen Geräuschkulisse, in die sich neben seltsamen, nicht zu identifizierenden Tönen, verzerrte Stimmen mischen und die dem Stück einen surrealistischen, dabei aber okkulten Charakter verleihen. Abgelöst wird dieses Geräusche-Chaos von einem melodischen Part, der verhältnismäßig „harmlos“ klingt, bevor Frontgrunzer Royy Vermeulen mit seinem Todesorgan einsetzt und einen mit sich in die Tiefen der Hölle reißt. Auch dieses Stück kommt nicht ohne die Unterstützung Mike Brownings aus, der neben den Keyboard-Melodien sogar seine Stimme erhebt.
Mit „Rise Of The Raging Death“ ist Autumnal Reaper ein meisterhaftes Death Metal – Album mit Black Metal Anleihen gelungen, das auch wirklich jeden Anhänger dieses Genres zu freudigen Grunzern verleitet. Die Produktion ist ziemlich fett geraten und haut einen regelrecht gegen die nächste Wand.
Wer nach dieser viertel Stunde geballter Aggressionen jedenfalls noch (gerade) stehen kann, ist selber schuld ...
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