Metal CD Review

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Ajattara "Äpäre"

Ajattara - Äpäre - CD-Cover

27.1.2006
Ich hab hier wieder mal was Gutes für Euch aus meinem Lieblingsland: Die Finnen Ajattara gehen hier mit ihrem 4. Longplayer "Äpäre", ihrem "Bastardkind" (= Bedeutung des Albumnames) ab dem 03.03.06 auf die Menschheit los.
Die Mucke Ajattara´s ist im Midtempo gehaltener, rifflastiger Black Metal mit astralen Synthiesounds im Hintergrund, die auch mal für das ein oder andere moderne Element sorgen. Dabei schaffen es Ruoja am Micro, an der Gitarre & am Keyboard, Atoni am Bass und Malakias III an den Drums solch eine Tiefe und Grundstimmung zu erzeugen, die man nicht allzu oft findet. Die Songs kommen so wuchtig und druckvoll aus den Boxen, dass man sich schon wundert, dass Ajattara nur aus 3 Musikern besteht. Um diese Musikwand auch live aufrechtzuerhalten, wurden daher auch für Gigs Sessionmusiker mit an Bord geholt.
Ajattara´s Lyrics sind in finnischer Sprache gehalten. So kann man zwar ohne weiteres nicht mitgrowlen, aber man kann sich schon denken, dass die Lyrics nicht gerade von einer Sommerwiese handeln.
Der Alptraum, der von den 10 Songs von "Äpäre" hervorgerufen wird, dauert leider nur 32:30 min, was für einen Longplayer doch schon etwas mager ist.
Man verschenkt auch zwischen den Songs nicht großartig viel Zeit, denn die Songs gehen größtenteils nahtlos ineinander über ... ist ja auch gut so, um die alptraumtypische Grundstimmung aufrechtzuerhalten.
"Hurmasta" zeigt schon als Opener deutlich, dass Ajattara´s Mucke keine Karnevalsmusik ist, sondern eher der Soundtrack Eurer Alpträume.
Das alles in "Raato" bestimmende Riff frisst sich im Hirn fest wie ein übler Parasit, denn auch den wird man so schnell nicht wieder los. Die Keyboards sorgen wieder mal für Tiefe und Ruoja´s Vocals geben Dir den Rest...Hammer!!
"Säälin Koira" und "Lautuma" sind zwei weitere Songs, nach deren Genuß zartbesaitete Seelen nicht allein im Dunkeln in den Wald gehen sollten, denn hier wird das Alptraumfeeling noch weiter forciert...
"Eksyneet” läßt mich auch nicht durchatmen, gibt mir fast das Gefühl, niemals mehr das rettende Ufer zu erreichen ...
Am Beginn von "Hirsipuulintu” denke ich, daß sich die Spannung durch das keyboardlastige Intro aufbaut, was sich ja dann im weiteren Verlauf dieses Songs auch bestätigt ... Das hier ist meiner Meinung nach der druckvollste und intensivste Song von "Äpäre" ... Note 1 !!
"Tahtomattaan syntynyt” ist der kürzeste Song dieses Releases, aber trotzdem nicht minder eindrucksvoll. Das dominante Riff zusammen mit Ruoja´s Stimme ist unerreicht ... Im Refrain hört man cleare Vocals als Hintergrundline. Klasse!
Bei den ersten Keyboardklängen von "Itse" ahne ich eigentlich nichts Böses, aber dann geht´s unheilvoll wieder mitten ins Schwarze ... Mensch, ich hätte es mir doch denken können ... ;-)
"Koito" kommt dann auch wieder – typisch für Ajattara – rifflastig und wuchtig daher. Gute Arrangements ...
"Syntyni" ist zu guter Letzt das Outro. Es beginnt als Intro mit fast sphärische Klängen und etwas, das man vielleicht Beschwörungsformeln nennen kann. Man hat das Gefühl, etwas ... das "Bastard Child" vielleicht ... erwacht und stapft aus seinem Versteck Richtung Zivilisation. Und dann trifft es auf Menschen in einem Auto ... Schlaft schön und träumt schön ........

Qualitativ, ich meine damit produktionstechnisch und auch musikalisch, gehören Ajattara für mich auf jeden Fall in die 1.Liga. Hier legt man Wert auf gekonnte Arrangements mit Keyboards, ohne damit in bombastische Gefilde abzudriften. Die Songs sind dank dem Midtempo auch weit entfernt von ultraschnellen Knüppelorgien. Was beim Hören des Albums ein Kopfnicken hervorruft, wird sicherlich zum Headbangen, wenn man die Jungs live erlebt, da wette ich drauf... Der einzige klitzekleine Minuspunkt ist, dass sich alle Songs im gleichen Rhythmus bewegen. Vielleicht würde ein wenig mehr Variabilität noch mehr hämmern ...

Mein Fazit:
ein Musik gewordener Alptraum ... muß man auf jeden Fall mal gehört haben.
Daumen Hoch für Ajattara !!!

Tracklist

01. Hurmasta ("of enthrallment”) 3:50 ****
02. Raato ("the corpse”) 2:42 ****
03. Säälin koira ("the hound of pity”) 3:07 *
04. Lautuma ("livor mortis”) 2:45 *
05. Eksyneet ("the lost”) 3:08 **
06. Hirsipuulintu ("the bird of the gallows”) 3:37 *****
07. Tahtomattaan syntynyt ("born against his will”) 2:37 *****
08. Itse ("self”) 3:09 ****
09. Koito ("the unfortunate one”) 3:51 ****
10. Syntyni ("my becoming”) 3:09

Punkte: 8,5 / 10 Dani / V.U. Label: Spinefarm Records
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