Angtoria "God Has A Plan For Us All"
13.4.2006
Vor mir habe ich also nun das Debüt einer ganz jungen Band liegen. Das Gründungsjahr von Angtoria liegt nämlich noch nicht in allzu ferner Vergangenheit. Die Band existiert seit 2004 und setzt sich zusammen aus der Sängerin Sarah Jezebel Deva, deren Stimme dem ein oder anderen bekannt vorkommen könnte, das sie zuvor schon bei Grössen wie Cradle Of Filth oder Therion gesungen hat. Ihre Mitstreiter sind Chris Rehn und sein Bruder Tommy Rehn, welcher als letzter zur Band stiess.
Nachdem die Band ein Demo aufgenommen hatte, welches bei diversen Labels durchweg auf positive Resonanz stiess, wurde 2005 ein Deal mit Fortress Music And Artist Developement abgeschlossen, sodass man im November 2005 das Debut in den Sidelake Studios in Schweden aufnehmen konnte. Und auch hier sind wieder einige bekannte Namen vertreten: Gemixt wurde das Album von Daniel Bergstrand, welcher schon mit In Flames, Soilwork und Behemoth gerabeitet hat. Aaron Stainthhorpe von My Dying Bride oder Dave Pybus von Cradle Of Filth steuern unter anderem Gastauftritte bei, um nur einige Namen zu nennen.
Doch das dürften genug Informationen zur Band sein, kommen wir nun also zum wichtigeren Teil, ihrem Debut „God Has A Plan For Us All“.
ANGTORIAs Vorhaben ein Album zu kreieren, welches wie ein
orchestraler Soundtrack zu einem Film klingt, ist ihnen jedenfalls geglückt.
Schon das instrumentale Intro wartet mit bombastischen Männer- und Frauenchören auf. Danach erwarten einen 11 Songs, in welchen Sarah zeigt, dass sie nicht nur in höheren Gefilden unterwegs ist. Ehrlich gesagt hatte ich Angst, dass hier eine weitere Band vergeblich versucht im Nightwish Fahrwasser mitzuschwimmen, doch der erwartete „Träller-Elsen Metal“ bleibt aus. Anders als bei Cradle Of Filth oder Therion nämlich bleibt Frau Deva im normalen Tonlagenbereich, meiner Meinung nach eine sehr gute Entscheidung.
Man kann schon nach dem ersten Durchgang behaupten, dass die Stücke gut im Ohr hängen bleiben. Sie sind zum einen sehr eingängig, zum anderen aber leider dadurch auch nichts wirklich Besonderes. Mir fehlt in den Stücken, um es auf den Punkt zu bringen, die Abwechslung. Es gibt keine wirklichen Höhepunkte in den einzelnen Songs, Strophe und Refrain wechseln sich zu eintönig ab, man bricht in keinem der Stücke aus diesem Schema aus und versucht zu experimentieren, ein klarer Minuspunkt.
Für Freaks der schnelleren Gangart ist diese Platte überdies auch nicht geeignet, da die Stücke eher langsam bis sehr langsam gehalten sind, was ja nichts Schlechtes ist, da man natürlich durchaus auch langsamen Liedern etwas abgewinnen kann. Es gibt definitiv herausragende Songs, wie zum Beispiel„Six Feet Under’s Not Deep Enough“. Durch die schönen Gesangslinien gepaart mit der orchestralen und mystisch-geheimnisvollen Hintergrundmusik kann durchaus die Gefahr bestehen in eine andere Welt abzudriften. Auch das Kylie Minogue Cover „Confide In Me“ hat meine Zustimmung gefunden, passt es doch in seiner psychedelisch-melancholischen Art perfekt ins Konzept.
Alles in allem findet diese Band mit Sicherheit beim ein oder anderen Gothic Metal Fan Zustimmung, beziehungsweise bei denjenigen Hörern, die es auch mal ruhiger und langsamer mögen. Ich persönlich finde „God Has A Plan For Us All“ zu langweilig, da die Songs sich doch etwas zu monoton aneinander reihen ohne mich wirklich vom Hocker reissen zu können. Deswegen gibt es dieses Mal auch nur 6,5 Punkte.
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