Cadaverous Condition "To The Night Sky"
3.9.2006
Cadaverous Condition - Der Name sagt mir nichts, dafür verspricht das beiliegende Infoblatt viel, u.a. Gitarren lastigen Death Metal (ein Pleonasmus wenn man mich fragt). Im Vergleich zum Vorgänger-Album „The Lesser Travelled Seas“ von 2001 sollen die Songs härter, direkter und eingängiger sein, wobei die Österreicher die alte Linie jedoch musikalisch wie inhaltlich fortsetzen. Die Band lenkt das Augenmerk besonders auf ihre Texte, die klischeefrei und weitab von den üblichen Metal-Lyrics sein sollen. Dass dem Album ein Konzept zugrunde liegt, dem auch recht gute Ansätze in lyrischer Hinsicht nicht abzusprechen sind, ist deutlich zu erkennen, und auch das Artwork ist dementsprechend aufwendig gestaltet und beinhaltet sehr kunstvolle Fotografien von geisterhaften Wesen, was alles in allem große Erwartungen in mir hervorruft. Das eigentlich Wichtige aber, die Musik, bleibt dann aber leider weit hinter meinen Erwartungen zurück. Im Presseblatt ist die Rede von Emotionalität und sogar Melancholie, allerdings kann ich keine der genannten Eigenschaften auf diesem Album entdecken. Heftig, grimmig und trotzdem schön soll die Musik sein- meiner Meinung nach handelt es sich hier aber um allerhöchstens mittelprächtigen, riff-orientierten DeathMetal der mittleren Tempoart, der keinerlei musikalische Höhepunkte aufweist, sondern sich eintönig, langatmig und von der Instrumentalisierung her anspruchslos durchs Album zieht. Es findet sich einfach nichts Herausragendes, bis auf die drei Folksongs (Track 3, 8 und 13), die die Band selbst als „Death-Folk“ bezeichnet, will heißen Neo-Folk mit Growl-Gesang. Das klingt jedoch interessanter als es ist, denn von diesen Songs ist nun wirklich jedem abzuraten, da der Gesang zusammen mit begleitender Akustikklampfe in Lagerfeuertradition nun wirklich nicht gerade harmonisch wirkt. Beim neunten Song findet sich erfreulicherweise eine kleine Abwechslung, wenn Patrick Leagas (Ex DEATH IN JUNE) mit seinen Gesangspassagen Variationen schafft. Auch ist der Rhythmus zuweilen recht gut und treibend gestaltet, und der Song „Black“, der eine Coverversion des Bonnie Prince Billy ist, ist von Will Oldham selbst hoch gelobt worden. Aber sonst- keine Atmosphäre oder Originalität. Die Deathmetal Riffs sind ganz nett, der Gesang sehr leicht verständlich und die Lyrics nicht schlecht, wenn auch teilweise seltsam präzise; so wird von ganz bestimmten Orten oder Personen gesungen, was aber nicht jeder Hörer alles sofort einordnen können dürfte. Insgesamt eine durchschnittliche, gewöhnliche Deathmetal CD, die Fans von kompromisslosen Individualisten ohne Anspruch auf Kommerz, was CADAVEROUS CONDITION zweifelsohne sind, jedoch gefallen könnte, mir persönlich allerdings zu monoton und langweilig ist.
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