Metal CD Review

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Cruachan "The Morrigans’ Call"

Cruachan - The Morrigans’ Call - CD-Cover

19.10.2006
Beauty and the Beast mal etwas anders. Was bei Finntroll und Korpiklaani schon geklappt hat, nämlich Metal mit finnischer Folklore zu mischen, scheint auch hier gut zu funktionieren. Diese Truppe aus Irland, welche ihr Debüt bereits 1995 veröffentlichte, mischt harte Klänge mit den typischen Elementen ihres Heimatlandes, wie u.a. Flöte und Harfe und den unverkennbaren irischen Melodien. Heraus kommt ein teils melancholisches, teils fröhlich-beschwingtes Album.
Zwischen den gelegentlich eingestreuten dunklen Growls finden sich immer wieder fröhliche, sehr melodiöse Momente. In „The Brown Bull Of Cooley“ greift man sogar kurzzeitig das Motiv des irischen Folk Songs „Star Of The County Down“ auf, ebenso auch bei „The Old Woman In The Woods“, dessen Melodie mir auch sehr bekannt vorkommt.
Doch zwischen den fröhlichen, keltischen Parts wird es auch hin und wieder melancholisch, wie zum Beispiel in „The Great Hunger“. Grösstenteils überlässt man Sängerin Karen das Mikro, welche angenehmerweise überwiegend in mittleren Tonlagen verweilt. Für den „bösen Metaltouch“ sorgt dann Sänger Keith, der jedoch auch clean singen kann, wie er z.B. in „The Morrigan’s Call“ beweist. Die Band schafft es perfekt, direkte Übergänge von sehr schnellen, fast schon Black Metal-lastigen Passagen in keltische, ruhigere bis hin zu überdreht fröhlichen Passagen zu finden, wie in „Téir Abhaile Riú“.
Schaut man sich die Songtitel an, so sieht man, dass die Band thematisch quer durch die Bank alles mögliche verwurstet und nicht auf ein bestimmtes Thema versteift ist.
Sei es Tolkien-inspiriert, wie die Lyrics zu „Shelob“ und „Ungoliant“ zeigen, oder ernster, wie z.B. in „Coffin Ships“ und das darauf folgende „The Great Hunger“, wo man die Geschichte des eigenen Landes thematisiert, als die Hungersnot Mitte des 19.Jahrhunderts einen Grossteil der Iren dahin raffte.
In “The Morrigan’s Call” und “Cuchulainn” scheint es um die irische Mythologie zu gehen, denn Morrigan war, ähnlich der Walküre, eine Göttin, die mit Krieg und Tod auf dem Schlachtfeld assoziiert wurde.
Wohingegen man Songs wie „The Great Hunger“ eher in die Metal-lastige Ecke drängen kann, erinnert „The Very Wild Rover“ direkt an den typisch-irischen Saufsong schlechthin, der sofort zum Guiness trinken animiert.
Ich denke, dass ich dieses Album nicht in den Player werfen werde, wenn ich Lust auf Metal habe, aber bestimmt in jedem Fall, wenn ich in Erinnerungen an meinen Irland Urlaub schwelgen, oder mich einfach vom „Celtic Spirit“ verzaubern lassen will.
Irland Fans sollten auf jeden Fall zugreifen und auch solche, die dem Metal auch mal erlauben, Ausflüge in die Welt des Folk zu machen und nicht nur hundertprozentig ernst zu sein.
Auf jeden Fall eine aussergewöhnliche und keinesfalls alltägliche Band.

Tracklist

01. Shelob***
02. The Brown Bull Of Cooley***
03. Coffin Ships***
04. The Great Hunger*****
05. The Old Woman In The Woods*
06. Ungoliant****
07. The Morrigan’s Call***
08. Téir Abhaile Riú****
09. Wolfe Tone**
10. The Very Wild Rover**
11. Cuchulainn****
12. Diarmuid And Grainne***
Punkte: 8/10 Nadine / V.U. Label: AFM Records
Anspieltipps:***** CD suchen bei

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