Death SS "The Seventh Seal"
29.5.2006
Death SS ? Da spitzt man als Deutsche/r doch direkt die Ohren und fragt sich unwillkürlich, ob sich diese Band einen gewissen Österreicher zum großen Vorbild auserkoren hat. Hat sie zum Glück nicht, und der volle Name des italienisches Urgesteins lautet IN DEATH OF STEVE SYLVESTER , benannt nach dem Begründer und Sänger Steve Sylvester. Die bereits seit 1977 existierende Band wird von der Plattenfirma als Gothic Horror Metal Act angepriesen, und auch das Promofoto, auf dem die aktuellen Mitglieder Steve S., Emil Bandera (Gitarre), Glenn Strange (Bass), Freddy Delino (Keyboard) und Dave Simeone (Drums) als eine Mischung aus Slipknot und Lordi abgebildet sind, passt perfekt in diese Beschreibung. Aufgenommen in Los Angeles und produziert von Fabrizio V. Zee, wie zuvor bereits das 2001 erschiene Album „Humanomalies“, soll „The Seventh Seal“ die perfekte Verbindung von Vergangenheit und Zukunft der Band sein, indem es die intensive Horroratmosphäre, welcher die Band schon immer einen großen Stellenwert zuschrieb, mit dem modernen und metallischen Klang ihrer in letzter Zeit erschienenen Stücke künstlerisch hochwertig verbindet.
Das hört sich doch alles sehr vielversprechend an, und so drücke ich erwartungsvoll auf die PLAY - Taste.
Der Opener „Give Em Hell“ schießt rockiger als erwartet aus den Boxen , ein Sprecherchor fordert hymnisch-eintönig den Hörer auf, sich nicht unterkriegen zu lassen und die Gitarren treiben vor dem Keyboard her. Letzteres kommt im nächsten Song, „Venus Gliph“ mehr zum Zuge, und verleiht diesem den atmosphärischen Unterton, der wohl das Gothic-Element bei Death SS sein soll. Allerdings präsentiert auch dieses Lied eher eintönig und einfach gestrickt. Sänger Steve quakt etwas von auf die andere Seite überwechseln und wird partiell wieder einmal von einer (Frauen-)stimme unterstützt. „Der Golem“ hat zwar einen deutschen Titel, wird dann aber doch auf Englisch dargeboten und beginnt mit so etwas wie einem Geigen-solo, das von fast schon Techno-Beats abgelöst wird. Die nächsten Lieder bieten nichts neues, „Another Life“ ist ruhiger gehalten und hat etwas sehr hymnisch-balladisches. „Psychosect“ überrascht mit Kindergesang am Anfang, ist aber ansonsten nichts anderes wie die vorherigen Lieder .... Der Bonustrack „The Four Horseman“ ist für mich die letzte Bestätigung des billigen Horror - Klischees, welches die fünf Italiener auf dem Album weder musikalisch noch literarisch überzeugend darzubieten verstehen. Besonders die schrecklich hohen, extrem übertriebenen Power-Metal Schreie auf dem letzten Track sind eine Qual für meine Ohren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass weder die versprochene Gothic-Horror Atmosphäre aufkommt, noch dass es viel Abwechslung auf dem Album gibt. Außerdem wirkt die ganze Produktion sehr leblos, ja steril. Nicht mein Ding, aber vielleicht will der Ein oder Andere ja sein Glück an der Scheibe versuchen.... Viel Erfolg!
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