Disaster KFW "Collateral Damage"
20.6.2006
Bereits seit 1985 existiert diese Ostdeutsche Legende in Sachen Death Metal, und doch gibt es erst ein Full-Length Album von DISASTER KFW. Dafür gibt es auch eine Erklärung, die sich folgendermaßen liest: Die Band hatte schon genug Probleme, überhaupt in dem , damals noch existierenden , Ostdeutschland zu überleben und spielte „Just For Fun“ und ohne jegliche Bestrebungen, zur Nr. 1 der Szene zu werden. Doch im Jahre 2005 war es schließlich soweit, und das Weimarer Label WAR-ANTHEM verpflichtete die Band um der Welt zu zeigen, welches Potential in den fünf Todesmetallern steckt. Gut haben sie daran getan, denn eins sei von Anfang an gesagt : „Collateral Damage“ schlägt einem elf brutalste , von schwedischem Death Metal beeinflusste Lieder um die Ohren, welche einen bleibenden Eindruck hinterlassen !!!
Das Intro besteht aus nicht viel mehr als einer weiblichen Stimme im Hintergrund und Lärm im Vordergrund, ist also ein perfekter Opener für die brachiale Gewalt, die folgt. Denn nun geht es los..... „Bloody And Gore“ ist genau das, was der Titel schon besagt : Geknüppel , dass einem die Spucke weg bleibt und man anfängt, aus den Ohren zu bluten. Das typische Death Metal Gekreische ertönt professionell vom Drummer und Ex-Apokalyptischen Reiter Mitglied Skeleton und wird unterstützt bzw. abgewechselt vom tiefen Gegrowle von Sören. Der folgende Titelsong „Collateral Damage“ überrascht durch seinen Melodienreichtum, welcher perfekt mit der treibenden Härte verbunden wird. Das hat fast schon Ohrwurmcharakter und bildet auf jeden Fall einen Höhepunkt des Albums. Weiter geht’s mit „Hartlackers United“ , bei welchem sich clearer Gesang sich mit dem Gekreische abwechselt, bis sich beide im Refrain zusammen „HARTLACKERS UNITED“ aus der Seele schreien. Auch hier pushen die Drums, wobei die Gitarren sowohl schrammeln als auch das Lied mit den bereits sehr positiv zur Kenntnis genommenen Melodien ausstatten. Der „Clash Of The Titans“ steigert sich von einer Drum/Gitarren beherrschten Eingangsphase zu einer Instrumentenschlacht, welche stimmlich wieder einmal von dem Kreisch/ Growl - Paar unterstützt wird. Wie schon zuvor sind auch hier die schwedischen Einflüsse nicht zu überhören, welche einwandfrei in die eigene Musik integriert wurden. „Fear Is Our Crowd (Fuck Sauerkraut)“ ist allein des Titels wegen kultig, doch auch musikalisch hält es den hohen Standart der vorangegangenen Stücke. Hier heißt es voll auf die Fresse, aber das mit Stil. Auch ist es ganz amüsant, mitten im Geknüppel ein „Fuck Sauerkraut“ zu hören – Death Metal muss nicht immer todernst sein ! „Exorcist“ startet voll durch, wobei zu dem Gemetzel nette Horrorfilm-Accesoires hinzugefügt wurden, man muss dem Titel des Liedes ja schließlich gerecht werden. Ein fragendes „Das war’s schon? Gibt’s da ne Maxi-Version? Ne?“ bildet den Abschluss dieses kurzen, aber heftigen Songs. Und schon geht’s ohne Verlust an Schnelligkeit oder Härte weiter mit dem treibenden „To Darkness“, und wer jetzt noch nicht die Mähne schüttelt und durch die Gegend kreischt, ist entweder taub oder tot. „Kill All Humans“ startet melodisch und atmosphärisch mit Akustik-Gitarre und Keyboard, nur um dann abrupt von der gewohnten Härte unterbrochen zu werden. Welche Sprache in dem Lied teilweise benutzt wird, ist mir zwar schleierhaft, nichtsdestotrotz bläst auch diese Aufforderung, die Menschheit auszulöschen, einem die Gehörgänge frei. Den vorläufigen Abschluss bildet „Hell Is Born“ und haut noch einmal richtig rein. Der elfte Song ist ein sogenannter Hidden Track, welcher auf dem CD-Cover als „Bierchensong“, auf der Release Information als „Sag mir wo...“ angegeben wird. Eine Mischung aus beidem ist es im Endeffekt, da dieser witzige Zusatz ein „Sag mir wo die Fässer stehen“ – Lied geworden ist. Ich nenne es einen super Schluss für ein abwechslungsreiches Meisterwerk, welches spielerisch hochwertig ist , in dem der Spaß allerdings nicht zu kurz kommt. Daumen hoch für DISASTER KFW und ich würde den Jungs eine steile Karriere gönnen, auch wenn sie vielleicht gar nicht so sehr darauf aus sind.
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