Doom:VS "Aeternum Vale"
24.7.2006
Bei “DOOM:VS” handelt es sich um ein Soloprojekt des Multiinstrumentalisten
Johan Erickson, der einigen von euch durch die Gothic/Doom -Band „DRACONIAN“ bereits ein Begriff sein dürfte. Bei DOOM:VS versucht sich Johan nun näher an Bands wie „Mourning Beloveth“ und „Shape of Dispair“ zu bewegen. Nach dem Demo „Empire of the Fallen“ von 2004 kommt nun das erste Full-Length Album in Form von „Aeternum Vale“, was soviel wie ‚Abschied für immer’ bedeutet. Ein Titel der eines gleich klar macht. Keine Musik für ausgelassene Partylaune.
Gleich der Opener „The Light that would fade“ zieht den Hörer in einen Strudel aus Verzweiflung und Dunkelheit, eingeleitet und immer wieder durchzogen von Keyboard- Chören und gesprochenen Parts. So erschafft dieser Song eine melancholische und düstere Stimmung, die das gesamte Album wie ein dicker, undurchdringlicher Nebel durchzieht. Die Gitarrenleads erinnern streckenweise an eben jene, die mit ihrem geigenähnlichen Klang schon Katatonia diese besondere, leidende Schönheit verliehen haben. In Kombination mit den heiseren Death- Growls von Johan ergibt dies eine Klangwelt, deren morbider Faszination man sich nur schwer entziehen kann. „Empire of the Fallen“ beginnt mit einer traurig-schönen Gitarrenmelodie die sich durch den gesamten Song zieht. Das Stück fällt im Allgemeinen sehr melodisch aus, wobei Melodie auf der einen und tonnenschwere Riffs auf der anderen, sowie Growls und cleaner Gesang im Wechsel, dem Ganzen die nötige Dynamik verleihen ohne die es schnell eintönig werden würde. Bei „The faded Earth“ geht’s schließlich mit Vollgas...
auf die Bremse. Nach einem orchestralen Einstieg walzen sich Riffs wie zähflüssiger Teer aus den Boxen. Unaufhaltsam packen sie den Hörer und begraben ihn in einer undurchdringlichen Finsternis in der Johans Gesang, mal gegrowlt und mal clean, seine unermessliche Seelenpein ins endlose schreit. Nach einem filigranen Solo, wird in der Mitte des Stücks das Tempo ein wenig erhöht und ein verzerrt gesprochener Part leitet das Ende des Liedes ein. Doch war dies noch lange nicht alles. In „Oblivion upon us“ setzt sich die Reise durch die Abgründe der Seele fort und führt unvermeidlich zum tiefsten Inneren des dunklen Monstrums Aeternum Vale. Lyriks geprägt von tiefster Hoffnungslosigkeit gepaart mit den bereits bekannten Zutaten bereiten jeden auf den absoluten Tiefpunkt vor. Der kommt in „The crawling insects“. Johan raunt noch tiefer als bisher seine ganze Verachtung in die Welt, unterstützt von Gast- übeltäter D.Arvidsson von der Band „SCORCHED“. Ohne Vorwarnung, ohne Intro oder sonstigem drückt der Song mit erbarmungsloser Schwere alles Gute und Schöne nieder. Auch die anfänglich schönen Gitarrenleads klingen nun bedrohlich und boshaft. Ein abschließendes Doublebassgewitter entlässt die gequälten Seelen in das letzte Stück. „Aeternus“. Ein zwölfeinhalbminütiges Ungetüm; die Essenz des Albums. Von Johan zu Beginn gleich passend beschrieben, wenn er singt: „empty, so empty, barren and cold...“. Dieser Brocken ist der große herabfallende Grabstein für eine tote Welt. Ab der Hälfte fast abrupt durch einen atmosphärischen Akustikpart mit cleanem Gesang unterbrochen treibt man dem Ende entgegen wo ein zum sterben schönes Gitarrensolo das Ende der Reise einläutet.
Als Fazit kann man sagen dass Johan Erickson hier ein faszinierendes Stück Musik gelungen ist, welches zwar kaum Tempowechsel aufweist aber von seinen vereinzelten Gesangsvariationen und Wechseln zwischen ruhigen, und Death- Doom Parts lebt.
Augen zu und durch könnte die Devise heißen. Definitiv Musik zum genießen für all jene
Die gern in traurige, sphärische und schwermütige Klangwelten eintauchen und für die Emotionen bei der Musik im Vordergrund stehen. Gut, das Rad wird auch hier mal wieder nicht neu erfunden. Aber ich denke oben erwähnte Personengruppe und Metaller die nicht zwangsläufig durchgehend die Rübe schütteln müssen werden gern auf dieses Album zurückgreifen.
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