Entwine "diEversity"
7.2.2006
Es gibt sie ja selten: Die wirklich großen Überraschungen. Aber den Jungs und dem Mädel von Entwine ist mit ihrem neuen Album "diEversity" eine solche gelungen. Wer die ersten drei Werke der Band kennt, weiß dass die Band seit Jahren konsequent qualitativ hochwertigen, mit Ohrwurmmelodien angereicherten, typisch finnischen Düsterrock produziert. Doch trotz der gleichbleibenden Qualität rückte man bis zur Veröffentlichung von "time of despair" von 2002 fast kaum vom eingeschlagenen Weg ab. Und so ist man als geneigter Hörer doch etwas verwundert, wenn direkt der erste Song - übrigens auch die erste Singleauskoppelung der CD und bereits mit Hiterfolg in Finnland gekrönt - mit einem doch sehr metallastigen Riff beginnt. Und noch überraschter, wenn auch auf sehr positive Weise, ist man, sobald man feststellt, dass sich diese härtere Linie auch in den nächsten Songs durchzieht. So bemerkt man neben der Veränderung im Gitarrenspiel zu härteren Riffs auch deutlich andere Töne beim Einsatz der Stimme des talentierten Sängers Mika: Sein Gesang ist rockiger, härter, teilweise fast schon aggressiv geworden. Und dies schlägt sich bis in die Songtexte nieder: Nicht mehr nur Herzschmerz, nein auch alle anderen Schattierungen der düstersten Stimmungen, die so typisch für finnische Releases sind, finden sich in den Texten. So wird in „someone to blame" sogar knallhart mit Kritikern und Gegnern abgerechnet. Auch die Gitarristen Tom und Jaani dürfen sich in Stücken wie „bleeding for the cure", „six feet down below" oder „refill my soul" neuerdings verstärkt solistisch austoben. Doch trotz aller Veränderungen wird man durchgängig daran erinnert, dass man hier mit Entwine konfrontiert wird. Und so ziehen sich durch die gesamte CD die so typischen Ohrwurmmelodien. Songs wie „someone to blame", „bleeding for the cure" und „six feet down below" haben, was das angeht, sogar echtes Hitpotential. Und Schlussendlich finden sich, um den Schock nicht zu groß zu machen, auch einige für Entwine sehr typische Songs. So hat man mit „frozen by the sun" und „nothing´s forever" zwei klassische Entwine Midtempo - Songs und mit „eyerything for you" eine mindestens genauso typische Ballade mit im Gepäck. Insgesamt dürften eingefleischte Entwine- Fans über die neuen Variation, die trotzdem im alten Rahmen bleiben, positiv überrascht sein und sich sogar neue Hörer finden können.
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