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Fjoergyn "Ernte im Herbst"

Fjoergyn - Ernte im Herbst - CD-Cover

7.2.2006
Das Erstlingswerk des Thüringer Duos Fjoergyn soll laut Labelinfo ein Album sein, dass sich durch "seinen klassischen und heroischen Charakter als auch durch seine metallischen Einflüsse auszeichnet".
Zum textlichen Konzept möchte ich mich nicht so ausführlich auslassen, grundsätzlich geht es um Mutter Natur, die den Menschen für die Ausbeutung und Zerstörung der Umwelt mit dem Tod bezahlen lässt. So so. Erstmal Scheibe rein und gehört, was ich mir denn unter "heroischem Charakter" vorzustellen habe. Der erste Track, "Monolog der Natur", ein Instrumental, plätschert mir seicht aus den Boxen entgegen. Vom Klang her fühle ich mich an PC-Midi-Gedüdel von Fantasyspielen Mitte der Neunziger erinnert. Spannend. Aha, bei "Vom Tod der Träume" gibt es erstmals Gitarren und ganz passable deutsche Vocals zu hören, die teils nur leicht ins Mikro gehaucht werden, an anderer Stelle fast wie Death Metal- Growls anmuten. Aber auch bei diesem Song steht klar das Keyboard dominant im Vordergrund, wie beim Rest des Albums auch.
Auch das selbstbetitelte "Fjoergyn" ist kein wirklicher Aufreger und rieselt gemächlich dahin. Das Intro von "Der Tag der Wölfe" ist aufgrund der Tatsache, dass die Band angeblich aus Wagner Inspirationen für dieses Machwerk gezogen hat, wohl ein schlechter Scherz . Der gute Richard W. würde sich im Grab umdrehen, wüsste er welche billigen Midisamples durch ihn inspiriert wurden. "Wenn Stürme ruhen" ist erneut ein Instrumentalstück, dass eher auf eine Meditations-CD mit Entspannungsmusik passen würde als auf ein Album mit besagtem heroischen und metallischen Charakter. Ganz zum Schluss des Stücks muss ich noch mal ganz herzhaft lachen, bringen es Fjoergyn doch tatsächlich fertig, in ihr Geklimper auch noch ein Glöckchengerassel einzubauen, dass mich ganz stark an den Nikolaus mit seinem Rentierschlitten erinnert. Wenigstens bei "Abendwache" und "Veritas dolet", dem meiner Meinung nach stärksten Stück des Albums, wird stellenweise das erreicht, was eigentlich das ganze Album auszeichnen sollte:
Einige nett arrangierte Melodien, wo insbesondere die (wahrscheinlich künstlichen) Streicher hervorgehoben werden müssen, gepaart mit schnellen Gitarrenparts, kernigen Vocals und Doublebass- Attacken. Leider enthält gerade dieses Stück einen Satz, der stellvertretend für das ganze Album stehen könnte: "und Müdigkeit macht sich gar breit". Fjoergyn verstehen es, gepflegte Langeweile zu verbreiten, und zwar auf der ganzen Länge. Keyboardlastige Musiker-Projekte mit einem Hauch Black Metal gibt es doch wohl schon genug, und bessere ohnehin. Trotzdem, für Fans solcher Musik mag das Album ganz in Ordnung sein; aber zum Dauerbrenner auf der persönlichen Hitliste wird es wohl bei niemand reichen. Ach ja, beim letzten Stück "Requiem" wird auch noch Beethovens 9te verwurstet, was ich ihnen persönlich übel nehme.

Tracklist

1. Monolog der Natur
2. Vom Tod der Träume
3. Fjoergyn
4. Der Tag der Wölfe
5. Des Winters Schmach
6. Wenn Stürme ruhen
7. Abendwache*
8. Veritas Dolet **
9. Ernte im Herbst
10. Requiem

Punkte: 3/10 Ruupü / V.U. Label: Black Attakk Rec.
Anspieltipps: * CD suchen bei

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