GORGOROTH "Ad majorem Sathanas Gloriam"
29.5.2006
GORGOROTH wurden 1992 von Infernus als Strategie gegründet, der Welt lautliche und spirituelle Gewalt anzutun, um eine Änderung der Wahrnehmung der Menschen, in dieser Welt zu sein, voran zu treiben. Die irdischen Minister Satans manifestieren die Macht der Dunkelheit in ihrer Kreation eines ultimativen Black Metal. Soviel zur Selbstdarstellung der Band, die trotz unzähliger LineUp Wechsel, Einbuchtungen im Knast und anderer Schwierigkeiten bisher 6 Alben zustande gebracht haben und nach ihrem Deal bei Nuclear Blast nun bei Regain Records das Wort Satans verbreiten. Sie stehen immer noch, und mit den neuen Fulltime Mitgliedern Gaahl (Vocals) und King (Bass) noch dazu mit einer unglaublichen Kraft. Die Synthese von harter Arbeit und gesetzlichen Problemen scheinen das Beste aus diesen Männern hervorgebracht zu haben, und ihr Level an Wut und Aggression scheint höher als je zuvor zu sein.
Die langerwartete neue Scheibe der bitterbösen norwegischen Könige des „True Satanic Black Metal“ kündigt uns also eine Zeit an, die dunkler ist als alles vorherige. Um dies auch eindrucksvoll unter Beweis zu stellen, holte man sich Drummer Frost (SATYRICON, 1349) ins pechschwarze Boot. Demgemäß wird auch direkt im ersten Song gnadenlos drauflos gepoltert und dem Hörer unumgänglich gezeigt, wo der Hammer hängt. Bei exzellenter Produktion fällt das Knüppeln jedoch zur Freude eines jeden Musikfans differenziert und nicht dumpf-monoton aus. Die ersten drei Songs lang besteht das Album aus einer mächtigen, brutal-schwarzen und schier undurchdringlichen Klangwand. Der vierte Song „Sign of an open eye“ ragt durch seine experimentelle Art heraus, da Gaahl dort zu vergleichsweise schleppenden Drums und eher ruhigen Riffs dunkle und eindrucksvolle Sprechgesänge zelebriert. Das ist dann aber auch schon genug der Ruhe, denn im folgenden Song wird dann wieder unerbittlicher und gnadenloser weitergeknüppelt als zuvor. Und wie es ich für eine echte satanische Black Metal Scheibe gehört, wird am Schluß von „White seed“ auch ein kreischendes Mädel mit eingebaut, bevor der Song unerwartet abbricht. Mit dem folgenden Song „Exit“ wird das Tempo stellenweise nochmals etwas runtergeschraubt. Ebenso wird die Songstruktur von „Untamed forces“ nach anfänglichem hohem Tempo in der Mitte etwas geruhsamer, und die dissonante Spielweise beschwört das reine Chaos herauf. Der letzte Song „Prosperity and beauty“ enthält wohl die meiste Melodie auf diesem aggressionsgeladenen Album, das zwar einiger Durchläufe bedarf, um richtig in die Materie einzusteigen, sich dann jedoch als durchaus der Mühe wert entpuppt.
GORGOROTH stellen einmal mehr ihre musikalischen Fähigkeiten, das sehr temporeiches und dennoch differenziertes Spiel mit einschließt, unter Beweis, wenn sie sich auch größtenteils in eher gering variierender Bandbreite bewegen- schließlich gelten sie nach eigenen Angaben als die kompromißloseste Black Metal Band ever. Und so darf ich ihre Warnung an diejenigen, die sich auf sie einlassen, zitieren: Im Namen des Terrors und der Angst vor den Mächten der Dunkelheit, seid bereit für das Kommen eines unmenschlichen und unweltlichen Satanismus, der durch das Werkzeug des Metal übertragen wird, wie nur diese infernalischen Diener dazu in der Lage sind. UUAAARGH!
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