Metal CD Review

V.U.-Site durchsuchen

Insomnium "Above The Weeping World"

Insomnium - Above The Weeping World - CD-Cover

30.8.2006
Es ist ja allgemein bekannt, dass eine Band mit dem dritten Album oft genug einen kritischen Punkt erreicht. Bei den vier aus Joensuu, Finnland stammenden Musikern von INSOMNIUM besteht nach erstem Anhören auf jeden Fall keine Gefahr hinsichtlich eines schlechten Releases. Ganz im Gegenteil, ich bin hin und weg von ihrer neuen Scheibe. Was mir da aus den Boxen entgegen dröhnt, ist ein extrem reicher, kompakter Sound, angesiedelt zwischen Progressive und Melodic Death Metal, versehen mit einer ganz eigenen Note. Nie erlebte Blicke auf unglaubliche Schönheit und verbrennende Hoffnungslosigkeit beinhalte dieses Album, heißt es in der Release Info, und was sich hochgestochen anhört, enthält doch viel Wahrheit. Beeinflusst von Poeten wie Hölderlin, Bourdillon, Poe und dem finnischen Nationaldichter Eino Leino, singt Niilo Sevänen über traumartig anmutende Geschichten von Liebe und Tod, oft angesiedelt inmitten der finnischen Natur.
„Above The Weeping World“ beginnt mit dem Anfangs ruhigen und durchweg atmosphärischen „The Gale“, welches einen wunderschönen Einstieg in das Album darstellt. Der nächste Track, „Mortal Share“ präsentiert sich druckvoller und härter, jedoch trotzdem sehr ohrwurmlastig, und dieses Konzept zieht sich durch das ganze Album. Sänger Niilo brüllt sich mit Gefühl durch das Lied und wird von catchy Gitarrenriffs untermalt. „Drawn to Black“ und „Change of Heart“ stehen ihrem Vorgänger in nichts nach und gehen ebenfalls eine wunderbare Symbiose aus Härte und filigranen Melodien ein. „At the Gates of Sleep“ markiert für mich das Highlight dieses überragenden Albums, einfach weil es meiner Meinung nach die schönsten Melodien aufweist. Es fällt mir schwer, hier negative Kritik zu finden, ein zu erwähnender Punkt mag die leichte Tendenz hin zur Monotonie sein. Dieser Hang ist allerdings schnell vergessen angesichts der überragenden Qualität der Musik. Bis zum letzten Ton des neunten Liedes „In the Groves of Death“ ist man in dem von INSOMNIUM erschaffenen Klanggebilde gefangen und kann sich nur schwerlich der Magie des Albums entziehen.
Mich haben die vier Jungs mit ihrem neuesten Werk auf jeden Fall überzeugt und ich lege dieses Album jedem ans Herz, der auf guten, Progressive-angehauchten Scandinavian Death Metal steht. Und auch diejenigen, die dem Ganzen ein wenig kritisch gegenüber stehen, sollten der Platte eine Chance geben, denn ein Erlebnis für die Ohren ist sie allemal.

Tracklist

1. The Gale ****
2. Mortal Share ****
3. Drawn to Black ****
4. Change of Heart ****
5. At the Gates of Sleep *****
6. The Killjoy ***
7. Last Statement ****
8. Devoid of Caring ****
9. In the Groves of Death ****

www.candlelightrecords.co.uk
Punkte: 9,5/10 Julia K. / V.U. Anspieltipps : *****
Release Date : 22/09/2006
Label : Candlelight Records CD suchen bei

» CD bei Hitflip tauschen » CD bei Hitmeister kaufen


weitere CD-Reviews »»
© Visions Underground Heavy Metal Magazin, webdesign by Grit Laskowski