Manngard "Circling Buzzards"
2.3.2006
Hab noch nie was von denen gehört ... nach diesem Review dürfte sich die Akte Manngard für mich auch schon sehr bald wieder geschlossen haben.
Die Norweger Manngard also verlassen ihr kaltes Norwegen, um die Menschheit mit ihrem Debüt „Circling Buzzards“ heimzusuchen. Deren Stil ist absolut roher und kompormißloser Thrash Metal, der manchmal recht schräg, leicht prog-mäßig und sogar leicht punkig angehaucht ist. Man kann bestehende Parallelen zu Slayer´s agressivem Stil nicht von der Hand weisen.
Was die Lyrics angeht, haben sich die Norweger inspirieren lassen von dem amerikanischen Autor William Faulkner.
Ich möchte sogar so weit gehen, dass ich die Songs sogar teilweise als durchgeknallt bezeichne.
Die Stimme krächzt nur so ins Micro, dass ich schon meine Halstabletten suchen gehe. Die Herren beherrschen schon ihre Instrumente, da gibt´s gar kein Vertun. Allerdings ist das, was da gesamt aus den Boxen kommt ... na, ich möchte mal sagen: sehr gewöhnungsbedürftig. Vorausgesetzt, einem bleibt der Zugang nicht komplett verschossen ... mehr dazu weiter unten ...
Ohrwurmcharacter sucht man auf dieser CD vergebens, denn die ganzen mageren 30:18 min. Spielzeit verbringen Manngard mit ihrem wütenden Gekrächze, wahnwitzigen (Dis-)Harmonien und teilweise irrer Geschwindigkeit, bei der man fast den Eindruck bekommt, als würden sich die Norweger in den nächsten Sekunden überschlagen, so wie z. B. im Opener „Wreathed In Rot“.
Auch bei „Safe With Me“ meint man, dass sich die Drums und mit ihnen der Gesamtsound jeden Moment überschlägt. Hier kommt es auch zu Knüppelorgien deluxe.
„Gravgang“ kommt mit einer geilen Rifforgie als Intro daher, sogar die Vocals gehen in meine favorisierte Richtung und durch die Tempowechsel wird dieser Song auch zu dem für mich einzigen Lichtblick dieses Releases. Der Song beinhaltet auch wieder ein wahnwitziges Solo. Wäre der Rest der Scheibe doch auch eher in dieser Gangart, hätte ich mehr Punkte vergeben können ..
Das Solo auf „Tomb Of God“ ist ... sorry ... einfach schräg ...
Die restlichen Songs ziehen an mir vorüber und obwohl ich mittlerweile bestimmt so ca. 20 Durchgänge dieser Scheibe hinter mir habe, bleibt mir der Zugang und auch das Verständnis für diese Scheibe verschlossen. Nix gegen komplexe Songstrukturen, aber das hier ist echt too much ...
Bei „It Was Demons“ wird noch mal gewaltig an der Speedschraube gedreht ...
Eingängige Melodien sind auf „Circling Buzzards“ absolute Fehlanzeige. Die Scheibe prallt unglaublich brutal und roh in die Gehörgänge. Das Brutale wird auch durch die oben schon erwähnten angedeuteten Disharmonien verstärkt. Live wird in den Hallen die Hölle los sein und die örtlichen Veranstalter können froh sein, wenn nach den Gigs die Locations noch stehen :-)
Für Fans von Slayer und vielleicht auch Meshuggah, die aber nix gegen verschrobene Klänge haben ...
Nicht geeignet für Blindkäufe!!!
Mein Fazit: bei mir hinterlässt diese irgendwie ziemlich kranke Scheibe Kopfschmerzen (aber NICHT vom Headbangen !!!) und ein unwohles Gefühl. Negativ ist zusätzlich auch die mega-magere Spielzeit von 30:18 min... :-(
weitere CD-Reviews »»
