Naglfar "Pariah"
6.2.2006
"Your flesh is now ours" lautet die unheilvolle Drohung der Schweden von Naglfar im Intro zu "Pariah" und sie behalten Recht- das vierte Studioalbum der Schwarzmetaller hat es in sich. Schon der Titel Pariah, was Ausgestossene, Geächtete und Unberührbare bedeutet, deutet die eiskalte und düstere Stimmung der Scheibe an. Nachdem Sänger und Gründungsmitglied Jens Rydén die Band aus beruflichen Gründen leider verlassen musste, übernahm Bassist Kristoffer Olivius den Sängerpart und lieferte mit Pariah einen guten Einstieg als neuer Sänger bei Naglfar. Die Skepsis der Fans konnte Kris auf der vergangenen Tour mit Finntroll durch seine überzeugende Liveperformance (hoffentlich) beseitigen . Seine Stimme liefert dem Sound der Schweden jedenfalls genug Hass und Wut, um weiterhin ganz oben mitmischen zu können. So besticht Pariah durch seine düstere Kraft, Schnelligkeit und vor allem durch die eingängigen Melodien. "A Swarm Of Plagues" beinhaltet geradezu hymnische Parts, die an die norwegischen Kollegen von Dimmu Borgir erinnern mögen. Naglfar haben ihren Stil ganz klar verfeinert, behalten aber nichtsdestotrotz ihren eigenständigen Sound, und beweisen ein weiteres Mal, dass sich Black Metal und ein hoher Grad an Eingängigkeit nicht ausschliessen. Naglfar demonstrieren, dass sie ein tolles Gespür für das Variieren von schnellem Drumming und großen Melodien haben. Dabei wird das Tempo in Songs wie "The Murder Manifesto" oder "the Perpetual Horrors" auch mal runtergefahren, was jedoch die nötige Härte nicht vermissen lässt und die Scheibe durchaus abwechslungsreich gestaltet. Vom textlichen Aspekt her dürften Freunde qualitativen Black Metals ebenfalls auf ihre Kosten kommen, wird doch schon im Opener der Hass gegenüber der Menschheit betont, und auch Zeilen wie z.B. "The day you die is the day i smile" werden dem einen oder anderen möglicherweise gewisse Assoziationen entlocken. Naglfar liefern somit den perfekten Soundtrack sowohl für angestaute Agression als auch für den Bedarf nach frostigen, temporeichen Melodien. "Pariah" bringt euch musikalisch pechschwarze Gewalt und eiskalte Schönheit in einem- lasst euch das als wahre Musikfans keinesfalls entgehen!
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