Metal CD Review

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Nidingr "Sorrow Infinite And Darkness"

Nidingr - Sorrow Infinite And Darkness - CD-Cover

18.4.2006
Die norwegische Black Metal Combo Nidingr (natürlich mit undefinierbarem Logo, wie es sich gehört) hat es nun doch endlich, nach neun Jahren Band-Geschichte, geschafft, ein Album zu veröffentlichen. Nach einer Rehearsal-Aufnahme aus dem Jahre 1996 und einem Demo 1999 werfen sie nun Sorrow Infinite And Darkness, eine zehn Lieder starke Platte, in die Menge. Das Trio, bestehend aus Cpt. Estrella Grasa (vocals) , Blargh (guitars/bass) und Teloch (guitars/bass), hat sich dem intensiven und dunklen Black Metal verschrieben, und Basser Teloch zupft ganz true nebenbei noch live bei Gorgoroth die Saiten.
Nun gut, genug zur Vorgeschichte, kommen wir zum Wesentlichen dieses Reviews, nämlich dem Album.
Das, was als erstes auffällt, ist der Drumcomputer, der in unerbittlicher Schnelle durch jedes Lied hetzt, kalt und sehr maschinell. Und so kriegt man bereits bei dem Opener „CHILD OF SILENCE“ die volle Dröhnung um die Ohren gehauen. Auf den Gitarren wird rumgeschrubbt bis der Arzt kommt und auch ein Keyboard findet seinen Weg in die düstere und gottlose Welt, welche Mr. Grasa grunzend heraufbeschwört. In rasendem Tempo folgt nun der Titelsong, und ich fange an, die Technik zu verfluchen. Die Gitarren sind einprägsam und treibend, das Keyboard taucht auch wieder auf und der melodiöse Teil am Ende des Stückes ist fast schon erholend.
„THE WATCH - TOWERS OF THE UNIVERSE“ bietet nichts neues und mir fällt auf, dass sowohl der Gesang als auch die Drums so gering wie nur irgend möglich variiert werden. Das verleiht dem Album durchaus Wiedererkennungswert, ist auf der anderen Seite natürlich mit der Zeit etwas ermattend. Das vierte Lied sieht auf den ersten Blick aus wie ein Schreibfehler, ist aber der Name der Lady, um die es in dem Stück geht .“MAKHASHANAH“ hat ansonsten keine Trümpfe zu bieten und die Beats sind genauso schnell wie zuvor. „ RIGHTEOUSNESS IN BEAUTY“ ist das erste Lied des Albums, welches zumindest in den ersten Sekunden auf die Bremse tritt und das folgende „DEATH AND VICTORY“ lässt sich sogar richtig Zeit bis die Doublebass wieder zuschlägt. Wenn die Band häufiger solche Variationen eingebaut hätte, wäre das Album um ein vielfaches einfallsreicher und frischer angekommen.“ COME AWAY“ besticht durch seine eingängigen, pushenden Gitarren und im hyperschnellen Nachfolger „MYSTERY OF TOIL“ lässt eine gute Keyboardmelodie die aufkommende Eintönigkeit verschwinden. “REJOICE“ bietet keine Neuigkeiten, dafür hauen Nidingr mit „UPON THIS UNPROFITABLE THRONE“ noch einmal richtig rein. Obwohl, oder gerade weil, das Lied mit seinen zwei Minuten relativ kurz gehalten ist, hinterlässt es durch seine Intensität einen bleibenden Eindruck und kann am Ende noch einen Pluspunkt für die Band verbuchen.
Ich hätte mir etwas mehr Variation in den einzelnen Songs und ein bißchen weniger Hyperspeed gewünscht, und dass sich der Sänger manchmal etwas schief durch die Lieder grunzt trägt sicher auch nicht zur Perfektion des Albums bei, doch die Platte hat durchaus einen Eindruck hinterlassen. Die Gitarren klingen mal druckvoll und düster, mal schnell und treibend, und das spärlich, aber effektiv eingesetzte Keyboard erzeugt einen schönen Klangteppich inmitten der rasenden Drums.

Tracklist

1. Child of Silence ***
2. Sorrow infinite and Darkness
3. The Watch – Towers of the Universe
4. MAKHASHANAH
5. Righteousness in Beauty
6. Death and Victory ***
7. Come Away
8. Mystery of Toil
9. Rejoice
10. Upon this unprofitable Throne ***
Punkte: 7/10 Julia/V.U. Label: Tuba Records AS
Anspieltipps: ***** CD suchen bei

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