Poisonblack "Lust Stained Despair"
3.9.2006
Wenn wir den Namen Poisonblack hören, erinnern wir uns an das grandiose Debut - Album „ Escapecstasy“, das ein Gothic Album mit einem melancholischen Charakter war, der in der Fangemeinde von Poisonblack mehr als Anerkennung fand und die Messlatte für das Nachfolgealbum ziemlich hoch legte, weil vor allem der melancholisch anmutende Gesangsstil von J.P. Leppäluoto dem ganzen Album einen ganz besonderen Ausdruck verliehen hat. Und hier ist es nun, das lang erwartete 2. Album der Finnen um Frontman Ville Laihiala, der sich nach der traurigen Verabschiedung von Sentenced nun ganz auf Poisonblack konzentrieren kann. J.P.Leppäluoto hat Poisonblack mittlerweile den Rücken gekehrt und nach einer schier endlosen Suche nach einem geeigneten Nachfolger, entschloss sich Ville das ganze doch besser selbst zu machen und ernannte sich zum Poisonblack Vocalisten.
Das Ergebnis dieses ganzen Durcheinanders heißt „Lust Stained Despair“ und hat mit der Melancholie des Debuts aber nun rein gar nichts mehr zu tun. Es ist härter ausgefallen als sich das so manche, die Poisonblack in ihr Herz geschlossen hatten, haben träumen lassen und alte Fans der Band könnten unter Umständen Probleme mit dem neuen Sound der Finnen bekommen. Mal abgesehen von der Tatsache, dass Ville Laihiala seinem Kollegen Leppäluoto gesangstechnisch in keiner Weise das Wasser reichen kann, klingt das gesamte Album doch sehr nach Sentenced, nur der sehr eigene Gitarrenstil von Ville, ist das einzige Merkmal, was mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt, dass dies hier KEIN Sentenced Album ist. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass hier einige Songs aus den alten Sessions der Band verwendet wurden. ( was natürlich Quatsch ist !! ) Doch das Songmaterial hat Stil, das mit Sicherheit und beinhaltet ein hohes Maß an Qualität und auch der Ohrwurmcharakter kommt hier nicht zu kurz. Songs wie „Soul In Flames“, in dem Ville sehr variabel singt und das obergeile „Nail“ fressen sich bedingungslos in der Gehörgängen fest und bestechen durch ihren eingängigen Stil und widerlegen die vorangegangene Verdächtigung der billigen Sentenced Kopie.
An „Lust Stainéd Despair“ muss man sich erst gewöhnen und die anstehende Tour zusammen mit Lacuna Coil ist der beste Anlass, sich dieses etwas andere Meisterwerk eines genialen Musikers zuzulegen, um die Songs dann in ihrer ganzen Schönheit auch live genießen zu können.
Voreingenommene Leute, die wie ich anfangs Probleme mit Lust Stained Despair hatten, sollten das Teil öfter seine Runden im Player drehen lassen und sich nach und nach davon überzeugen, dass ein geänderter Stil nichts mit Qualitätseinbußen zu tun hat, sondern lediglich einen Ausdruck der Gefühle des Menschen Ville Laihiala darstellt, an denen er seine Fans innig teilhaben lässt.
Hoffentlich nicht zum letzten Mal...
Sehr gutes Album welches mit zunehmender Spieldauer seine Qualität mehr und mehr offenbart und an das man mit viel Offenherzigkeit rangehen muss um es komplett auskosten zu können !!
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