Pure Inc. "A New Day`s Dawn"
20.3.2006
Eine Schweizer Scheibe mit Loch drin muß nicht immer Käse sein. So in etwa war mein Gefühl, als ich die Promo in den Händen hielt.
Los geht`s mit „Saviour“, ein Song in bester Audioslave Manier. Das fetzt doch schon mal gut. Schön rauer Gesang, gewaltigen Gitarren und gutem Rhythmus. Weiter geht`s mit „Break Free“, welcher in die gleiche Kerbe haut. Gut, Audioslave Niveau wird nicht ganz erreicht, aber speziell der abgehackte Refrain (wanna break free- wanna break free) gefällt mir richtig gut. Danach kommt das leider viel zu kurze „Blvd. Jam“. Also meine lieben Eidgenossen, ein Jam sollte etwas länger dauern als nur 1:10 . Aber dafür kommen ja noch ein paar mehr Songs, wie z.B.„I`m A Rolling Stone“, welcher auf einer großen Festivalbühne in America bei geschicktem Stageacting sehr gut rüberkommen dürfte. Für mich aber fast schon ein wenig zu simpel , ohne Überraschungsmomente gestrickt ist. „Burst“ gefällt mir aufgrund des teilweise zu cleanen Gesangs nicht so wirklich. Der Song scheint mir auch irgendwie wie so ein Nickelback-MTV Video geraten zu sein. Nicht schlecht, aber haut mich nicht wirklich vom Hocker.
Weiter geht’s mit dem 6. Song namens „Skinflint“, welcher kracht und einen schönen Chorus hat. Das Problem ist, daß es viele Bands aus der Stilrichtung gibt und man schon ein richtig schweres Pfund hinlegen muß, um aus der Masse hervor zu ragen. Gianni Pontillo macht seine Sache am Mikro auch recht gut. Der Gitarrist Sandro Pollegrini gibt alles und beherrscht sicherlich sein Instrument, aber eventuell sollte man vielleicht überlegen, vom Quartett zum Quintett zu mutieren und einen Rhytmusgitarristen zu engagieren. Dadurch hätte Sandro mehr Möglichkeiten, sein Gitarrenspiel weiter zu entfalten und mehr Akzente zu setzen. Dann geht`s weiter mit einer super Ballade, welche auf den Namen „I`ll Let You Know“ hört und die, obwohl nicht unendlich weichgespült, doch großen Chartcharakter haben dürfte. „ The Thing You Left On Me“ beginnt sehr ruhig mit gelegentlichen Powerattacken.
„Sick As I Am“ klingt gesangstechnisch ein wenig gequält. Bassist Andreas Gentner und Drummer Dave Preissel machen einen ruhigen, unauffälligen Job. Schade, teilweise würde man sich z.B. von Dave etwas mehr Härte bzw. Antrieb wünschen. „Where`s Your God“ ist dafür ein gutes Beispiel:ein guter Song, aber leider den Ball zu flach gehalten. „Crawling“ kommt da dann schon wieder rauer rüber: gute Breaks und Gitarre und ein netter Text !
Zum Schluß gibt`s dann noch den Titelsong des Albums und man ist gewillt dahin zu schmelzen. Ein guter Schuß Melancholie, so wie es sich zum Abschiednehmen gehört. Eine geile Akustikgitarre. Super Ende der insgesamt gelungenen Scheibe, wenn leider auch kein Jahrhundertalbum dabei rausgekommen ist. Aber die Scheibe macht Lust auf mehr, denn ich meine erkennen zu können, daß in der Band noch viel Potential versteckt ist.
Fazit: Wir werden bestimmt noch viel Gutes von Pure Inc. hören. Die Scheibe hat ein stellenweise ein hohes Niveau aber leider nicht durchgehend. 4 Songs weniger und die Band hätte ein deutlich höheres Voting von mir bekommen. Trotzdem scheint mir noch sehr viel bisher unentdecktes Potenzial in der Band zu stecken. Reinhören solltet Ihr auf jeden Fall mal in die unten angegebenen Anspieltipps.
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