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The Dogma "Black Roses"

The Dogma - Black Roses - CD-Cover

8.2.2006
Hier stellt sich mal wieder eine neue Band vor: The Dogma. O.K. in Ordnung, ein flüchtiger Blick ins Presseblatt, oh aus Italien. Mmmh na ja, schauen wir mal. Gittarist lernt Sänger auf Beerdigung kennen- Gittarist lernt Keyboarder im Polizeirevier kennen- dann klaut man sich den besten Drummer der Stadt und holt noch `nen alten Freund als Bassisten dazu. „Ja neh, alles klar“ denk ich mir, und wieder denke ich an Italien (RHAPSODY, THUNDERSTORM, RAF, Macbeth...), das wird wohl nichts Großes werden. Vorurteil sei Dank schnellen schon bei den ersten Takten von „Black Roses“ die Augenbrauen in die Höhe. Ein Song mit viel Melodie, Metalvibes , ausdrucksvollem und fast schon traurigem Gesang. Plötzlich steigt ein italienischer Mönchschor ein : Gänsehaut. WOW!

Und schon fegt „Wicked Angels“ los: wieder ein Chor, aber dezenter eingesetzt als bei „Black Roses“, etwas hektischer und über allem Daniele Santori`s Stimme schwebend. Sehr schöne, perfekt ausarrangierte Breaks und Tempowechsel. Noch mal ein Blick ins Presseblatt : Ja, da steht`s: Italien – Debut! Trotz des sehr großen Keyboardauftritts wirkt es nie poppig oder mainstream-mäßig. Im Gegenteil: „Queen Of The Damned“ wird schnell und erinnert mich irgendwie auch an Iron Maiden, was die Gesangspassagen angeht, nur vom Grund her etwas melodischer. Hervorragend, was die Band da hinbekommen hat. „Devil`s Bride“ startet mal etwas langsamer, trotzdem mit treibendem Rhythmus, um dann erst mal Gitarrentechnisch aufzudrehen- Break- Gesang- Keyboards- Alle zusammen- Tempo mit Chor ........ Mann, diese Musik zu beschreiben ist schwer, denn The Dogma haben Ihren eigenen Stil gefunden.
Wenn mir jemand gesagt hätte, dies wäre eine All-Star-Band mit Musikern von Dream Theater, Iron Maiden, Blind Guardian, Helloween, mit einem genialen Keyboarder, ja ich hätte es geglaubt !!!
Im Song „... And Julie No More“ geht es um ein totes Mädchen und ihren trauernden Bräutigam, welches auf einer wahren Begebenheit beruhen soll.
Heavy Gitarren, ein Keyboardteppich wie Wolken und eine Stimme mit Melancholie und Power zugleich.
„Ghost Of War“ ist für mich eigentlich der erste Song der ein wenig abfällt im Vergleich zu den anderen. In „Temptation“ wird man durch einen gelungenen Melodiebogen geführt, der durch eine kraftvolle klassische Frauenstimme unterstützt wird. Nicht zu vergessen das Piano und unzählige Tempiwechsel.
Also ehrlich gesagt frage ich mich, wie man es schaffen kann, derart komplexe Stücke trotzdem mit der nötigen Power und solcher Melodieintensität zu erschaffen.
„Waiting For The Rain“ ist der erste Titel, bei dem mir die Keyboards nicht so schmeichelnd in die Gehörgänge fließen. Insgesamt ist dieser Song schon fast The Dogma untypisch unkomplex. Der Chorus von „Sands Of Time“ und die letzten Verse wurden noch zusätzlich mit einem elfenhaftigen Gesang der Backgroundsängerin Erichetta Coli unterlegt. Und dann kommt zum Abschluß eine zuckersüße Ballade, welche auf den Namen „Maryann“ hört. Gänsehaut!!!
Piano, Streicher, akustische Gitarren lassen (glaube ich) jede Mary Ann des Planeten dahinschmelzen.
Fazit: Ich kann mich nicht daran erinnern, wann oder ob ich jemals ein derart ausgereiftes, komplexes und eigenständiges Debüt gehört zu haben. Italienische Bands müssen nicht immer mittelmäßig sein. Wie die Band das live hinkriegen will, ist mir zwar noch nicht klar, aber ich kann Daniele Santori (vocals), Cosimi Binetti (guitars), Stefano Smeriglio (keyboards), Steve Vawamas (bass) und Marco Binachella (drums-wurde aber wegen eines Unfalls auf diesem Album durch Gastmusiker Mike Terrana (RAGE, MALMSTEEN, PELL) vertreten) nur warnen, auf Grund Eurer Qualität werdet Ihr auf Eurer nächsten Deutschlandtour meine Fratze in der ersten Reihe sehen !!! Ich traue mich eigentlich gar nicht, euch zu sagen, daß das Album erst am 31.03.2006 bei Drakkar erscheint. Protestbriefe, Beschwerden etc. nicht an VISIONS-UNDERGROUND, sondern bitte direkt an die Plattenfirma!!!
Ach ja, eines noch: wer jetzt sagt, die Songs seien zu lang (der kürzeste ist „nur“ 4:52), der sollte erst mal überlegen, wie man soviel Musik in weniger Zeit unterbringen kann! Ich sage: endlich wieder ein Platte, die mit 54:48 eine CD rechtfertigt und nicht schlappe 4*:** Minuten oder gar nur 3*:** Minuten mitbringt.

Tracklist

1. Black Roses **** 5:00
2. Wicked Angels * 5:05
3. Queen Of The Damned *** 6:12
4. Devil`s Bride ******* 5:42
5. ... And Julie No More ******** 4:52
6. Goost Of War 5:41
7. Temptation ** 5:44
8. Waiting For The Rain 5:48
9. Sands Of Time ***** 5:20
10. Maryann ****** 5:19
Punkte: 9/10 Frank / V.U. Label: Drakkar
Anspieltipps: ******** CD suchen bei

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