Theatre Of Tragedy "Storm"
17.3.2006
Anfangs war ich leicht skeptisch, denn ich fragte mich schon, wie Theatre Of Tragedy ohne Liv wohl klingen würden, aber ich muß zugeben, der Gesang der „Ersatzelfe“ Nell steht dem Liv´s in keiner Weise nach. Man kann also auch sagen, dass die Norweger es auch nach dem Abgang der Frontelfe Liv geschafft haben, wieder ein erstklassiges Sahnestückchen in Sachen Gothic-Rock zu servieren. Gothic-Rock deshalb, weil man bei den 10 Songs von Metal nun wirklich nicht mehr reden kann.
Gleich der Opener „Storm“ gibt die Marschrichtung bekannt: es geht hier melodiös zur Sache, Schätzchen ...
Die ebenfalls elfenhafte Stimme Nells steht in gekonnten Kontrast zu Raymond´s düsteren Parts. Ein absolutes Highlight, das zu Recht als Titeltrack gewählt wurde.
Bei „Silence“ fängt zunächst einmal Raymond mit den Vocalparts an. Dieser Song ist immer wieder untermalt von wunderschönen Pianoparts. Es zeigt sich auch in diesem Song, dass Nell sich mit ihrem Gesang wunderbar in die Band eingefügt hat, sowie man dies auch beim nächsten Song „Ashes And Dreams“ bestens erkennen kann.
Hier klingt Nell´s Stimme dann auch mehr melancholisch, ein wunderbarer Song zum hinwegträumen ... aber wehe, man ist grad auf ´nem melancholischen Trip ...
„Voices“ hätte man auch weglassen können, denn dieser Song ist irgendwie nichtssagend ...
Dagegen beginnt das ruhige „Fade“ mit ... klar Nell´s verträumte Stimme begleitet von dem Piano ... wieder mal wunderschön ... ideal, um nach einen stressigen Arbeitstag abzuschalten.
„Begin & End“ ist mein Favorit von „Storm“, da dieser Song gitarrentechnisch dann auch endlich mal etwas härter rüberkommt als die restlichen Songs.
„Senseless“ – man kann es sich schon vom Songtitel denken und bei den ersten Klängen wisst Ihr dann auch, was ich meine, wenn ich sage, dass dieser Song depressiv angehaucht ist ...
Auch „Exile“ lässt die Depression nicht wieder verschwinden ... selbst die wunderschönen Melodiebögen im Refrain lassen die Wolken auf Deiner Seele nicht wieder verschwinden ...
Und Raymond nebst Nell lassen mit deren Gesang beim folgenden „Disintegration“ die depressiven und melancholischen unter Euch noch tiefer in ihr seelisches Loch kriechen.
Den Abschluß bildet „Debris“: Da Theatre Of Tragedy nun keine Party-Mucke machen, ist auch dies ein Song mit einem melancholischen Touch.
Die Songs sind allesamt recht eingängig, d.h. die Songs sind nicht gott-weiß-wie verschachtelt oder komplex.
Für meinen Hausgebrauch hätte man die Gitarren ruhig mehr in den Vordergrund stellen und so auch das ganze Erscheinungsbild dieses Releases härter erscheinen lassen können. Bitte bloß nicht bei der nächsten Langrille noch weniger hart werden, denn dies könnte ein Abdriften in seichte Gefilde nach sich ziehen, und das wollen wir doch alle nicht, oder ???
Also, jetzt wird die Rotweinflasche geköpft und ab mit „Storm“ in den CD-Player ...
Mein Fazit: es wird für vergleichbare Bands schwer, dieses Gothic-Schmuckstück zu
toppen, denn Theatre Of Tragedy sind zurück und werden alles und jeden erobern wie im „Storm“ !!!
Also, es lohnt sich für Gothic-Fans, zuzugreifen!
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