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To/Die/For "Wounds Wide Open"

To/Die/For - Wounds Wide Open - CD-Cover

5.10.2006
Es ist immer schrecklich wenn man nichts verraten darf :-) Ich kenne die Songs von To/Die/For´s neuer Scheibe „Wounds Wide Open“ schon eine Weile und musste meiner Begeisterung über einen nicht gerade kurzen Zeitraum einen Maulkorb verpassen, was mir nicht leicht fiel....denn zu gut ist der Nachfolger zu „VI“ geworden, soviel möchte ich zu Beginn dieses Reviews schon mal loswerden. Nach der gerade nicht besonders erfolgreichen letzten Tour trennten sich To/Die/For von ihrem bisherigen Gitarristen Mika Ahtiainen und für die zwischenzeitlichen Shows sprang der alte TDF Gitarrist Joonas Koto alias Jope ein, den man nach diversen Auftritten wieder fest ins Line-up zurückholte.
Der Besetzungswechsel macht sich in erster Linie dadurch bemerkbar, dass TDF im Gegensatz zu ihren Vorgängeralben auf „Wounds Wide Open“ wesentlich härter und kompromissloser zu Werke gehen. Und das tut der Band und vor allem dem Sound gut, denn es scheint als wären die Jungs endlich so weit, dass sie offenherziger an ihre Kompositionen herangehen. Bisher hatte ich immer den Eindruck, dass man in gewisser Hinsicht etwas verschlossen agierte und dieses überflüssige Gewand hat man nun ablegen können, was den Songs deutlich anzumerken ist. Grund ist zum einen wohl die Rückkehr von Jope, in erster Hinsicht aber wohl eindeutig der Einfluss des Ausnahmegitarristen Antza Talala der unter anderem schon für so namhafte Bands wie Eternal Tears Of Sorrow in die Saiten haute. Seine Einflüsse sind es, die den neuen TDF Sound prägen. Dies wird deutlich direkt nach dem Opener “Intro-Sorrow“ der noch etwas schwermütig daherkommt und anfangs das Gesamtbild von „Wounds Wide Open“ in eine falsche Richtung zu lenken vermag. Denn am Ende soll alles anders sein....
Mit Song Nr. 2 folgt das geniale „Wicked Circle“ das eine völlig neue Songstruktur aufzeigt als man es von To/Die/For erwartet hätte und Sänger Jape zeigt sich von seiner besten Seite, seine Gesangslinien sind doch mehr als beachtlich, im Vergleich zu früheren Aufnahmen fast erschreckend perfekt !!

Alles im allem sind es beiden Gitarristen die hier die führende Rolle spielen, schon das Eingangsriff zu „ Guilt Ridden State“ zeigt eine von TDF bisher verschlossene Seite auf und die Band vermischt ihre Roots geschickt mit den neuen Einflüssen, so dass daraus ein absolutes Meisterwerk entstanden ist.
Die Singleauskopplung „Like Never Before“ hat bereits im Vorfeld durch gute Plazierungen in den finnischen Charts auf sich aufmerksam machen können und bleibt sofort im Ohr hängen. Vor allem Jape singt hier die einzelnen Strophen sehr melodisch und stellt unter Beweis das er hart an seinem Gesang gearbeitet hat und er verdient sich hier die Höchstnote – ein beeindruckender Frontman !!

Dann kommt der Hammer schlechthin, das Anfangsriff in „Under A Velvet Sky“ kann nur aus der Feder von Antza Talala stammen und hier wird eindeutig klar, wie wertvoll Mr. Talala für To/Die/For ist....... dieser Mann entlockt den Saiten wundervolle Harmonien die geradezu prädestiniert sind für den Sound von To/Die/For. „Under A Velvet Sky“ ist mein persönlicher Favorit auf diesem Album, ein mehr als gelungener Song und ein Paradebeispiel des neuen TDF Sounds ohne das das alte Material, wie bei so vielen anderen Bands, völlig verschwindet.
Weiter geht’s mit „Scar Diary“, das man eher den alten Klängen von TDF zuordnen könnte, es ist zwar etwas ruhiger gehalten bewahrt sich dennoch seine eigene exklusive Note. Auch die nachfolgenden Songs „New Heaven“ und „The Quiet Room“ sind mehr dem alten To/Die/For Stil angelehnt, was der Qualität aber nicht den geringsten Abbruch tut – im Gegenteil,
To/Die/For zeigen auf, welches Potenzial in ihnen steckt und schwimmen sich aus dem Fahrwasser der unzählig vielen Gothic Bands in Finnland wohl endgültig frei. Bleibt zu hoffen, das To/Die/For auch international der Respekt entgegengebracht wird, der ihnen gebührt. „Wounds Wide Open“ dürfte dazu wohl der Grundstein gewesen sein. Man präsentiert sich überaus melodisch & facettenreich und in „Liquid Lies“ kommt eine Gastsängerin zum Einsatz, die ihre Sache wirklich gut macht und so das Gesamtbild von „Wounds Wide Open“ eindrucksvoll abrundet.
Und auch in Sachen Coversongs haben die Jungs diesmal einen Kracher am Start. Ozzy Osbourne`s „(I Just) Want You“ wird hier in beeindruckender Weise dargeboten und ist für mich der beste Coversong von TDF in ihrer bisherigen Karriere !
EI, ich kann doch nicht schon wieder die volle Punktzahl vergeben... Jeder Rezensent, der das bei dieser Scheibe nicht macht, gehört bestraft - so einfach ist das :-) Einziger Kritikpunkt wäre, das Jape´s Gesang mit den Gitarren und den Drums was die Lautstärke angeht, nicht unbedingt im Einklang steht und etwas mehr Power bräuchte.. aber scheißegal, „Wounds Wide Open“ verbreitet Emotionen pur. Das hätte man von TDF niemals erwarten können und deshalb haben wir hier ein zwar spätes aber würdiges Highlight 2006 !!
„Sorrow Remains bildet einen würdigen Abschluss des bisher besten To/Die /For Albums und ich freue mich schon auf die anstehende Tour...es ist schrecklich wenn man nichts verraten darf.... :-)

Tracklist

1. Intro – Sorrow
2. Wicked Circle ****
3. Guilt Ridden State ****
4. Like Never Before *****
5. Under A Velvet Sky *****
6. Scar Diary *
7. New Heaven *
8. The Quiet Room*
9. Liquid Lies **
10. (I Just) Want You – (Ozzy Osbourne-Cover) ****
11. Sorrow Remains *
Punkte: 10/10 Hanzi/V.U. Label: Spinefarm Records
Anspieltipps: **** CD suchen bei

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