To-Mera "Transcendental"
3.9.2006
To-Mera ist ein ungarisch-englischer Fünfer, der sich ganz dem Female Vocals Gothic Metal verschrieben hat.
Nachdem die Band ihr Demo im Julie 2005 veröffentlicht hatte, steht nun ihr Debüt Album in den Startlöchern. Die acht Songs, die alle eine Laufzeit von über fünf bis hin zu zehn Minuten haben, sind sehr abwechslungsreich und komplex gehalten.
Nach einem akustischen Intro, welches orientalisch angehaucht anfängt, dann aber in ein mit Drums hinterlegtes Gitarrensolo übergeht und letztendlich mit Klaviergeklimper ausklingt, folgt „Blood“, ein Song, der ziemlich schnell ins Ohr geht. Schon nach den ersten Tönen kommt mir das Ganze sehr vertraut vor. Vorbilder sind hier eindeutig die italienischen Kollegen von Lacuna Coil, wie sie zu „Unleashed Memories“ Zeiten zu Werke gegangen sind. Nicht nur der geheimnisvoll, teils dissonante Gesang, sondern auch die sphärische Musik erinnern stark an die Italiener. Julie, im Gegensatz zu Lacuna’s Christina, driftet hingegen (leider) manchmal in höhere Gefilde ab.
Das darauf folgende „Dreadful Angel“ brettert mit harten Gitarrenwänden los, zu denen Julies Stimme durch leises Flüstern in starken Kontrast gestellt wird.
„Phantoms“ wechselt zwischen schnellen und langsamen Passagen, ist eher depressiv-melancholisch. Auch der darauf folgende Song „Born Of Ashes“ hat einen ähnlichen Aufbau.
Obwohl in jedem der Songs Jazzelemente zu finden sind, wartet „Obscure Oblivion“ mit einer ganz gehörigen Portion an Jazz auf, was wohl daran liegen mag, dass einige Mitglieder der Band am Trinity College of Music in London im Fach Jazzgitarre bzw. Klavier abgeschlossen haben.
Im Allgemeinen ist zu sagen, dass To-Mera den Gothic Metal zwar nicht neu erfunden haben, jedoch um einiges eigenständiger zur Tat schreiten als diverse Kollegen in diesem Bereich. Julies Stimme wirkt hierbei nicht aufgesetzt sondern ehrlich und gefühlvoll.
Die Songs sind in sich zwar abwechslungsreich gehalten, jedoch sind sie in ihrer Gesamtheit alle mehr oder weniger gleich aufgebaut. Jazzelemente, die Abwechslung zwischen ruhigen und schnellen Passagen, starke Kontraste oder klavierhinterlegtes Flüstern werden durchgehend angewandt, sodass das Album nach der Hälfte anfängt monoton zu werden, da doch alles schon mal irgendwie da gewesen ist. Auf jeden Fall aber ist es ein komplexes Album, das mehrere Durchläufe braucht, um im Ohr hängen zu bleiben. Aber gerade diese Tatsache ist es ja, die ein Album interessant macht.
All denjenigen, die den alten Zeiten von Lacuna Coil hinterher trauern, sei dieser Hybrid aus progressivem Metal, akustischen Passagen mit Jazzelementen, Keyboard-Soundlandschaften und female Vocals auf jeden Fall ans Herz gelegt und auch Gothic Metal Fans im Allgemeinen sollten ein Ohr riskieren. Sogar mich, die gerade im Gothic Metal Genre sehr skeptisch geworden ist, da es viel zu viele unoriginelle Kopien von Kopien gibt, haben sie überzeugt.
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