Turmion Kätilöt "Pirun Nyrkki"
27.5.2006
Seitdem ich sie 2005 auf dem Ruisrock in Finnland durch Zufall zum allerersten Mal live erleben durfte, ist es um mich geschehen. Die allzu oft als „Finnische Rammstein“ verschrienen Turmion Kätilöt ( zu Deutsch: „Die Hebammen des Verderbens“) stehen seitdem weit oben auf der Liste meine Lieblingsbands. Ihre Livegigs sind alles nur nicht normal-jeder für sich ein einzigartiges Erlebnis. Ob man „Stagewhore“ Spellgoth als lebendigen Aschenbecher missbraucht, ihn mit dem Schweissgerät bearbeitet oder auspeitscht- die Irren aus Kuopio lassen sich immer etwas Neues einfallen um jede Show so kurzweilig wie möglich zu gestalten.
Ihr zweites Album „Pirun Nyrkki“, ins Deutsche übersetzt als „Die Faust des Teufels“ ist nun endlich zu haben und präsentiert einmal mehr einen perfekten Mix aus Industrial und Wahnsinn. Die 10 Songs sind durchweg in der Landessprache Finnisch gehalten, was sie um einiges interessanter macht als wenn man sie ins Englische übersetzt hätte, da sie so einfach exotischer und um noch einen Grad rauher rüberkommen und es zudem einfach besser, um nicht zu sagen: perfekt, zur Musik passt.
Der absolut herausragendste Song des Albums ist der Opener „Mistä Veri Pakenee“. Mit dissonanter Keyboard Voice und irrwitzigen Quieksamples ist er der absolute Ohrwurm. Auch „Irstauden Ilosanoma“, bei welchem man sich die Frontdame der Band Velcra, Jessi Frey, als Verstärkung geholt hat, wird durch ihre rotzfrechen Sangeseinlagen zum
echten Knaller.
Totaler Tiefpunkt des Albums ist in jedem Fall der Song „MTV/DNA“, der sich einfach nur nach Utz-Utz-Technoparty anhört. Was hat dieser Song auf dem Album zu suchen? Auch den Remix zu „Verta Ja Lihaa“ hätte man sich sparen können und stattdessen einen weiteren neuen Song mit draufpacken können. Überhaupt ist im Vergleich zum Vorgänger die Nähe zum Techno um einiges spürbarer, vielleicht liegt es aber auch einfach nur daran, dass man sich vom Rammstein-Image lösen und mehr experimentieren wollte. Nichtsdestotrotz haben mich MC Raaka Pee und DJ Vastapallo mit diesem Nachfolger nicht entäuscht, deswegen gibt es von mir die volle Punktzahl!
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