Wolverine "Still"
31.5.2006
Die Musik der schwedischen Progressive-Metaller von Wolverine hat sich seit ihrer Gründung 1995 immer weiter entwickelt und verändert. Von den Death Metal Wurzeln ist kaum noch etwas zu hören auf ihrem neuesten Werk „Still“, welches 2005 im Spacelab Studio in Deutschland aufgenommen wurde. Nachdem sich die Band im gleichen Jahr von ihrer früheren Plattenfirma - Elitist/Earache Records - getrennt hatte, veröffentlichen sie diesen Longplayer nun bei der englischen Firma - Candlelight Records - , welche ebenso Größen wie 1349 und Emperor unter Vertrag hat. Sehr melodisch, extrem gefühlvoll und wunderbar atmosphärisch kommt dieses Meisterwerk daher, durchaus vergleichbar mit den britischen Doom Metal/ Alternative Rock - Helden von Anathema, für welche Wolverine 2003 in London eröffneten. Das neun Stücke starke brandneue Album der fünf Schweden wird beschrieben als eine Mischung aus dem noch härteren 2001-er Release „The Window Purpose“ und dem ruhigen Vorgänger zu „Still“, „Cold Light Of Monday“.
Doch kommen wir nun zu den einzelnen Liedern. Los geht’s mit einem melodischen Spaziergang ins Haus der Plagen, wobei eine längere rein instrumentale Passage das Ganze einleitet. Langsame und intensive Keyboard- und Gitarrenmelodien wechseln sich mit schnellen Passagen, in denen Drummer Marcus Losbjer den Takt angibt, ab. „Bleeding“ besticht ebenfalls durch den Wechsel von ruhigen und schnelleren, treibenden Passagen. „Taste Of Sand“ präsentiert sich als langsame , tieftraurige Ballade mit eindeutigem Anathema – Sound und nicht erst hier wird klar, dass Stefan Zell’s Stimme wie gemacht für diese Musik ist. „Nothing More“ ist noch einen Takt ruhiger als das vorangegangene Lied, und schafft mit wenigen Mitteln eine große Wirkung. Gitarre und Keyboard legen mehr Wert auf Qualität als Quantität. „Sleepy Town“ kommt schneller, treibender daher, eine Rassel findet hier und auch später noch ihren Weg ins Lied und die Gitarre verbreitet erfrischenden spanischen Flair. Zu Beginn von „Liar On The Mount“ wird der Auszug aus dem Psalm 23 „Even though I walk through the valley of the shadow of death, I fear no evil“ gesprochen. Auch während dem Lied werden biblische Worte in eben dieses integriert. Die abschließenden Worte sind „Thank you, Goodnight, and God bless America“ – eine kritische Stellungnahme musikalisch hochwertig verpackt. In „Hiding“ besingt Stefan die Angst zu Sein und wird sanft untermalt von unter anderem Akustik - Gitarre, Windspiel und Rassel . Auch „This Cold Heart Of Mine“ beginnt ruhig, wird dann aber schneller, lauter und intensiver. Mikaels Gitarrenspiel sei hier besonders hervorgehoben - treibend, melodisch, genial. „And She Slowly Dies“ ist leider schon das letzte Lied , und hier zeigen die Jungs noch einmal ihr Können. Als eher eins der schnelleren Lieder der Platte bringt es ein letztes Mal die Kraft zum Ausdruck, die im ganzen Stück zu spüren ist. Ein Tiefpunkt ist diesem Meisterwerk erspart geblieben und so präsentiert es sich kraftvoll, melodisch und sehr emotional dem Hörer.
Auch wenn sich das Ganze vielleicht ein bißchen kitschig anhört, verspreche ich, dass es sich lohnen wird, sich am 26.06. in einen nächstgelegenen Plattenladen zu begeben und sich Wolverine’s neueste CD zu kaufen. Empfehlenswert nicht nur für Anathema – Fans !
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