Collarbone "The Back Of Beyond"
3.4.2007
Die selbst betitelten "Junior-Rocker" aus Helsinki haben ihre Karriere gestartet, indem sie Finnlands grössten Battle Of The Bands gewannen. Von da an nahm Spinefasts Sublabel Ranch sie unter Vertrag und das Resultat liegt nun in ihrem Debüt "The Back Of Beyond" vor. Mixer dieser Platte ist keine geringerer als Jens Borgen, der auch schon mit Opeth zusammen gearbeitet hat, Produzent ist Jonas Olsson und gemastert wurde das Album gar in New York in den Sterling Sound Studios, wo auch schon Grössen wie Type O Negative und Sepultura ihre Scheiben haben veredeln lassen. Grosse Namen also für ein Debüt. Das lässt einen doch neugierig werden auf das, was da kommen mag...
"Seafarer´s Song" beginnt mit Meerrauschen, cleaner Gesang setzt unmittelbar darauf ein gefolgt von einem kurzen Gruntpart. Sehr melodiöser, eingängiger Rock kommt mir da aus den Boxen entgegen. Die Vocals erinnern mich spontan an einen Mix aus Daniel Johns von Silverchair und Jonne Aaron von Negative, jedoch nicht so fragil wie letzterer sondern eine Spur kräftiger. Der Song endet, ganz passend zum Titel, auch mit Meerrauschen.
Auch im Refrain zum nächsten Song "Up North" kommt der Quervergleich zu Negative mir in den Kopf. Die Gitarrensoli kommen auch typisch finnisch daher und textlich gesehen kann man von einer melancholischen Liebesschnulze sprechen. Haben wir es hier mit einer weiteren Rock Boygroup zu tun?!
"Tarantula" fängt schneller und rotziger an als die beiden Vorgänger. Im Mittelteil wird das Tempo erst zurückgeschraubt, dann folgen gar Grunts und Schreie, die die wahnsinnig tiefen Gitarrenriffs zu übertönen versuchen bevor es wieder schneller weiter rockt. Krachende Riffs und Schreie sind Merkmal dieses Songs.
"Four Walls" kann man dann vom ersten Ton an wieder eher in die Negative-Ecke stellen: Rock Riffs und süsse Stimme dominieren hier.
Der nächste Song "The Last Call" soll die Debüt Single der Jungs werden und besitzt grossen Ohrwurm-Charakter. Ein melancholisch angehauchter Rocksong, jedoch mit etwas langweiligem Strophenaufbau.
Bei "Nightlight" wird es dann wieder rockiger, der Song endet sogar mit Geschrei.
Mit "Wither" haben wir wieder einen eher glatten, Hit-verdächtigen Song mit eingängigem Refrain.
"The Sweetness" beinhaltet ein waschechtes Gitarrensolo, doch kommt Thomas´ Stimme hier ziemlich weinerlich daher, dass sie doch eher an die von Bill von Tokio Hotel erinnert.
Wom !! "Clearance" fängt mit psychopatischem Geschrei an, der Refrain lässt "I need a vacation, this is getting on my nerves" verlauten. Ich glaube, damit können wir uns alle gut identifizieren. Es folgt wieder eine geschriene Strophe. Der heavieste Song des Albums.
Doch auch der nächste Song "Petite Physique" endet mit Geschrei.
"Ghost Of You", der letzte Song des Albums, beschert dem Hörer noch ein letztes Mal ein bisschen Melo-Rock und endet mit "This is the end for me and you".
Wobei ich erst dachte es handle sich hier um die hundertste Negative Kopie, straft das Bild der Jungs diesem Vorurteil Lügen. Kein rosa Glam Rock sondern die netten Jungs von nebenan. Also doch eher Finnlands Tokio Hotel? Findet es selbst raus. Rocken tun sie aber sicherlich mehr als beide oben genannte Bands zusammen, wenn sie auch manchmal ein bisschen zu sehr auf die melodramatische Schiene abrutschen.
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