Contradiction "The Warchitect"
12.11.2006
Nach ihrem im letzten Jahr veröffentlichten und wie eine Granate eingeschlagenen „The Voice of Hatred“ sowie einer großen Anzahl von Gigs, die auf das Album folgten, stellen die vier Wuppertaler von Contradiction mit „The Warchitect“ ihren nächsten Knüller vor. Beeinflusst von den ganz Großen wie Slayer, Testament und Sepultura, haben die deutschen Thrasher ihren eigenen Sound entwickelt und im Laufe ihrer bisherigen Karriere eindrucksvoll verfeinert.
Was einem von Anfang an aus den Boxen entgegendröhnt, ist Thrash Metal von der besten Sorte: Roh und gemein und gleichzeitig catchy und zum Mitgröhlen bestimmt, ohne einen gewissen Melodienreichtum missen zu lassen.
„Your God“ haut direkt voll rein und lässt nichts anbrennen. Der Opener legt ein strammes Tempo vor und Oliver Lux hat nicht unrecht wenn er dem geneigten Hörer „Now I dominate you“ entgegenbrüllt. Der nun folgende Titeltrack „The Warchitect“ steht dem in nichts nach und kommt genauso brutal daher wie der Titel verspricht.
„The End of All Things to Come“ wartet mit einem Gitarrensolo auf, das einem den Mund offenstehen lässt, und auch die Abwechslung von (vorwiegend) schnellen Passagen und ruhigeren Sekunden gelingt hier wunderbar. Den Anfang von „Thunderstorm“ könnte man auch als Ruhe vor dem Sturm bezeichnen, den was auf das ruhige, langsame Intro folgt ist ein in ordentlichem Tempo vorgetragenes Zusammenspiel von treibenden Drums/Basslines, schrammelnden Gitarren und aggressiven Vocals. Am Ende klingt der Song so ruhig aus, als hätte der Mittelteil gar nicht stattgefunden. Bei „Shadowsoul“ wird wieder direkt auf das Gaspedal gedrückt und man kommt mit dem Headbangen kaum hinterher. Trotzdem hat das Lied durchaus Ohrwurmpotential und schleicht sich schnell in die Gehörgänge ein, um so schnell nicht mehr heraus zu kommen. „Tunes of War“ schlägt in die gleiche Kerbe, wobei das Tempo hier leicht zurückgenommen wird, was nicht bedeuten soll, dass man eine Verschnaufpause bekommt. Vor allem bei „Thrash Metal“ kann man einmal wieder sehen, dass sich schneller Thrash – Metal und Melodienreichtum nicht ausschließt sondern ganz im Gegenteil eine gelungene Symbiose eingehen kann. Dieser, ihrem Genre gewidmeten, Song ist meiner Meinung nach das Meisterstück dieses Albums, wobei aufgrund der Qualität des Gesamtwerkes solch eine Titulierung den Rest der Lieder nicht zurücksetzen soll, sondern einfach meinen persönlichen Geschmack wiederspiegelt. Dem eher im Midtempo gehaltenen Song „Peacemaker“ folgt der wieder schnellere „Godsend“, und auch hier bewährt sich die Mischung aus simplen, ohrwurmlastigen Melodien und schweren, schnellen Riffs.
Zu guter Letzt dröhnt einem keine eigene Komposition, sondern vielmehr die bandeigene Interpretation von Motörhead’s „Rock’n’Roll“ aus den Boxen entgegen. Sehr eng am Original gehalten rockt die Coverversion genauso fett und bildet einen gelungenen Abschluss für diesen Thrash-Metal Schatz. Und auch die (Eigen)-Produktion sollte positiv erwähnt werden : Rein und Klar ist das Endergebnis sehr harmonisch anzuhören. Einziger Minuspunkt sind die meiner Meinung nach oft sehr primitiven Texte, doch musikalisch gesehen habe ich an diesem Album absolut nichts auszusetzen.
Fazit : Kaufen und sich überzeugen lassen!
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