Metal CD Review

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Courageous "Downfall Of Honesty"

Courageous - Downfall Of Honesty - CD-Cover

16.11.2006
Power Metal? Das ist ja so gar nicht meine bevorzugte Stilrichtung, doch es gibt, wie jeder weiß, Ausnahmen der Regel. Und so stelle ich begeistert fest, dass Courageous‘ „Downfall Of Honesty“ zwar kaum zu meinen Lieblingsalben zu zählen sein kann, aber keinesfalls eine Tortur für die Ohren ist. Überraschend thrashig-rockig und ohrwurmlastig präsentiert sich ihr vierter Longplayer. Geschickt bewegen sich die fünf Frankfurter zwischen kompakter Eingängigkeit und kantiger Variabilität. Obwohl natürlich viel Gefrickel vorhanden ist, geht dieses einem so gut wie nie auf die Nerven. Sänger Chris‘ schlägt, wie das in dem Genre nun mal üblich ist, für meinen Geschmack zu oft zu hohe Töne an, doch auch hier bleibt meinem Nervenkostüm ein Zusammenbruch erspart.
Mit einem auffordernden „Let’s go!“ beginnt „The System Has Failed“ und bleibt einem direkt im Gehör hängen. Eingängige Riffs und ein einprägsamer Refrain versprechen einen hartnäckigen Ohrwurm. Sowohl zum Headbangen einladende, schnellere Passagen, sowie Gitarrengefrickel, als auch intensive, im Tempo runtergeschraubte Teile sind in diesem Lied vereinigt. „A Million Eyes“ kommt sehr schräg und psychopathisch daher, da wird irgendwas von kleinen gemeinen Biestern, die einen anekeln, gesungen, und zwar in der dazu passenden ätzend-verrückten Stimmlage... ganz lustig, allerdings sehr strapazierend für die Nerven und ein bißchen langatmig. Mit „Praise Thy Name“ haben Courageous dafür wieder einen Track geschrieben, der einfach nur rockt. Persönlich erinnert mich das Ganze ja an Dream Evil‘s „The Book of Heavy Metal“, wobei das hier vorliegende Stück gleichermaßen einschlägt. Heavy Metal at it’s best! Der nun folgende Titeltrack ist gleichzeitig auch das Prunkstück des Albums. Es ist das brutalste der elf Lieder und obwohl es natürlich auch das protzig-traditionelle Element, welches sich durch das ganze Album zieht, besitzt, werden hier die Instrumente am Schönsten missbraucht.
„Alter Ego“ plätschert ohne große Besonderheiten vor sich hin, doch „My Sheltered Dishonour“ lässt mich aufhorchen : Der angeschlagene Ton ist neu. In der Geschwindigkeit stark heruntergefahren, fast schon balladenhaft nimmt der Song einem die Angst vor der gefürchteten Monotonie. In „Hollow Creation“ wird wieder fröhlich gezeigt, was man mit der Gitarre so alles machen kann und man hält sich auch brav an die Heavy Metal Regeln. Das Gleiche gilt für „Human Sacrifice“ und mit Bedauern muss ich feststellen, dass die Erwartungen, die am Anfang des Albums geweckt wurden, ein wenig enttäuscht werden. Zu sehr wird bereits Vorgestelltes wiederholt. Das neunte Lied ist, wie der Titel schon sagt, ein instrumentales Stück, was mir natürlich gelegen kommt, kommt es doch ohne nervenzerreißende Vocals aus. Dennoch könnte man über dem Gefrickel einschlafen, und so wird die eher schwache zweite Hälfte auch hierdurch nicht aufgewertet. Doch „Days Of Wrath“ ist durch seine etwas härtere Gangart wieder erfrischend und lässt zum Ende hin das Album in einem wieder besseren Licht erscheinen. Der aktuelle Schluss, der durch „The Guf (The Final Sign)“ stattfindet, geht relativ unbedeutend über die Bühne.
Für drei Tage (12.-14.11) sind Courageous jetzt mit Vicious Rumors und Beyond Fear auf Tour und werden am 16.11. in Frankfurt in der Batschkapp zum 30 jährigen Bestehen des Clubs mit vielen weiteren Bands wie Rebellion rocken. Wer auf gut gemachten Heavy Metal mit Genußfaktor steht, der gehe aus und suche auf genannten Events Freude!

Tracklist

1. The System Has Failed ***
2. A Million Eyes **
3. Praise Thy Name ***
4. Downfall Of Honesty ****
5. Alter Ego **
6. My Sheltered Dishonour ***
7. Hollow Creation **
8. Human Sacrifice **
9. Instrumental **
10. Days Of Wrath ***
11. The Guf (The Final Sign) **
Punkte: 7,5/10 Julia K. / V.U. Anspieltipps : *****
Label : Mausoleum Records
(www.mausoleum-records.com)
V.Ö. : 13.10.2006 CD suchen bei

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