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Decomposed Cranium "Death Roulette"

Decomposed Cranium - Death Roulette - CD-Cover

15.11.2006
Zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit liegt mir eine Eigenproduktion vor, und da mich die Platte von Path of Golconda sehr positiv überraschte, hoffe ich auch hier auf ein nettes Death/Thrash/Grindcore –Erlebnis , denn als solches wird der Sound von Decomposed Cranium in der Veröffentlichungsinfo beschrieben. Die vier Österreicher, welche seit nunmehr sechs Jahren aktiv sind und in dieser Zeit zwei Demos (2001, 2002) und zwei Alben (2003, 2004) unter die Leute gebracht haben, veröffentlichten, wieder einmal auf eigene Faust, soeben ihr neuestes Werk „Death Roulette“. Feiner sei die Stilmischung geworden, und auch die Grindcore – Einflüsse hätten sich massiv gesteigert, zumindest wenn man das neueste Werk mit seinen Vorgängern vergleiche, ist im Text nachzulesen.
Und tatsächlich wartet Track Nr. 1, „Russian Roulette“, in schönster Grindcore-Manier auf. In Lichtgeschwindigkeit wird auf die Felle eingehauen und Sänger Daniel beeilt sich, mit seinem Growlen/Brüllen hinterherzukommen, macht aber zum Glück nicht den Fehler, in unverständliches und lächerliches Gurgeln abzudriften. Was mir von Anfang an auffällt ist, dass man dem Sound die Eigenproduktion ohne Probleme anhören kann, soll heißen, das Ganze hört sich ein wenig unprofessionell und unabgestimmt an, allerdings in einem noch erträglichen Maße. Wenn man es positiv ausdrücken möchte, kommt der Sound sehr bodenständig und organisch daher....
Mit „Slave to the Failure“ geht es ohne Geschwindigkeitsverlust oder gar Pause weiter, und auch „Thorn in your Eye“ ist weiterhin sehr grindlastig. Wer ist schneller, Gitarren oder Drums? Das Wettrennen geht unentschieden aus, und gemeinsam wird gegen die Zeit geschrammelt und getrommelt. Ein wenig vermisse ich abwechslungsreichere Liedstrukturen und stärkere Death- und Thrash - Einflüsse, und siehe da, „Egobreak“ erfüllt mir meinen Wunsch. Hier ist zum ersten Mal explizit erkennbar, dass es diese Band durchaus versteht, brutale , aber dennoch ausgeklügelte Songs zu schreiben. Bei „Idiot Reign“ wird dann wieder eher monoton zu Werke gegangen, dafür ist „Old Songs are sung again“, bei dem Johan Lindstrand (Ex-The Crown Sänger, jetzt tätig bei One Man Army and The Undead Quartet) aushilft, vor allem was den Gesang angeht, positiv hervorzuheben.
„Fuckin cursed“ zeigt, ähnlich wie bei „Egobreak“ schon zu hören, dass die Band durchaus in der Lage ist, interessante und im Tempo variierende Lieder zu schreiben. Leider ist dies nicht bei jedem Stück der Fall... Für „Slivovica Overkill“ gilt ähnliches, vor allem die Gitarren überraschen mich hier positiv. Denn außer dem so schnell wie möglichen Runterschrammeln von Riffs hört man diesmal auch Melodien von Seiten des Sechs-Saiten-Instruments. Die Abwechslung von schnellen und langsameren Passagen wird bei „Your beautiful world“ vorbildhaft zelebriert und gibt dem Song die Spannung, welche ich mir auf dem Album ein bißchen häufiger gewünscht hätte....“Frail“ und „Puritans“ schlagen dann leider eher wieder in die negativere Richtung ein, d.h. die Songs klingen allzu sehr nach Proberaum, zu unausgeklügelt und unharmonisch. „Death Roulette“ schließt mit dem Instrumental Stück „We have gathered here today“ ab, welches weder positiv noch besonders negativ heraussticht, sozusagen ein zu erwartender Abschluss.
Insgesamt liegt hier ein sehr durchwachsenes Album vor, welches durchaus seine starken Seiten, doch leider auch ein paar Schwachstellen vorweist. Songs wie „Egobreak“ beweisen, dass die vier Wolfsberger durchaus Potential besitzen, welches sie noch nicht ausgeschöpft haben.
Ich wünsche den Jungs viel Glück mit ihrer Label-Suche, denn auf dem richtigen Weg befindet sich diese Band auf jeden Fall!

Tracklist

1. Russian Roulette ***
2. Slave to the Failure **
3. Thorn in your Eye **
4. Egobreak ****
5. Idiot Reign **
6. Old Songs are sung again ***
7. Fuckin cursed ****
8. Slivovica Overkill ***
9. Never serve **
10. Your beautiful World ***
11. Frail **
12. Puritans **
13. We have gathered here today (Instrumental)
Punkte: 7/10 Julia K. / V.U. Label : self-made production – no label yet
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