DSK "Oppressed / Deformed"
20.4.2007
DSK präsentieren sich als Ultra Death Metal aus Frankreich und das beiliegende Infoblatt will mir auch nicht sehr viel mehr Auskünfte über diese Band erteilen, außer der Tatsache, dass mir hier endlich eine lang erwartete Veröffentlichung des besten Newcomers der brutalen Musik der letzten 2 Jahre vorliegen soll. Aha. Um extremste Extremmusik, bestehend aus einem cleveren Mix aus Death Metal, Hardcore und Grindcore auf höchstem technischem Level solle es sich hier handeln.
Na dann mal los... beim ersten Durchlauf der Scheibe ballert mir wie versprochen auch mit fortlaufendem Ultraspeed brutalster Death Metal mit viel Grindore und Blastparts um die Ohren, und in der Konsequenz und Lautstärke, wie das durchgezogen wird, verdient sich die Band den etwas fragwürdig anmutenden Titel "Ultra Death Metal" wohl zu recht. Wutentbrannt und voller Aggressionen wird man hier roh und eintönig am laufenden Band angebrüllt. Die Band braucht jedenfalls höchste spielerische Ausdauer, um dieses chaotische Gemetzel eine ganze Bühnenshow lang durchzuhalten und technisch angemessen umzusetzen. Hier wird das absolute Grinding-Biest entfesselt, tödliche Riffs und Nacken-brechende Moshparts will man dieser Stilrichtung entsprechend wirksam und überzeugend umsetzen, um die Wonne höchster Verstümmelung zu garantieren. Leider ist jegliche Effektivität aber größtenteils auf halber Strecke stehen geblieben, denn hier ist jeder Song so gleich, daß ich noch nicht mal irgendwelche Highlights hervorheben kann, geschweige denn in irgendeiner Weise zum Headbangen und Moshen angeregt werde. Ein paar Breaks hier und da, ab und an mal ein rhythmischer Wechsel oder ein bisschen Rock´n´Roll Elemente (die wohl noch das Beste an dieser Platte sind), aber vor allem brutalster Grindcore-Death Metal lässt die Platte überwiegend mehr wie Krach erscheinen als wie Musik. Und das sagt kein in die Jahre gekommener Senior, sondern dies ist die Meinung meiner jugendlichen Wenigkeit, deren Ohren schon so einiges fragwürdiges musikalisches Herumwerkeln anhören mussten, aber selten hat mich eine Platte so fertig und platt gemacht wie die neue DSK. Wahrscheinlich wollen sie mich nur eines besseren belehren, damit ich endlich einsehe, dass ich ein Weichei bin? Ich weiß es nicht, aber in meinen Augen ist diese Scheibe Körperverletzung, denn diese Musik ist tatsächlich mit Lärm gleichzusetzen, obwohl man dem technischen Anspruch dieses Albums und der entsprechenden Umsetzung auf höchster Geschwindigkeit durchaus Beachtung schenken muss. Aber viel Speed und ganz viel rhythmisches Grunzen machen leider noch keine beeindruckende oder überzeugende Musik, Atmosphäre wird hier keineswegs in irgendeiner Weise erzeugt, außer vielleicht die perverseste Schlächterbegierde, was mir leider zu primitiv ist. Da kann mich selbst so ein außerordentlich viel versprechender Titel wie "Cut My Dick" nicht umstimmen. Ich kriege hier eher das Bedürfnis, mir die Kehle durchzuschneiden. Oder doch lieber die der Verantwortlichen für diese Platte in ihrer grauenhaft-primitiven Brutalität und Monotonie?... Nix für Weicheier, aber auch nix für Liebhaber atmosphärischer Musik.
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