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El Caco "From Dirt"

El Caco - From Dirt - CD-Cover

17.3.2007
Hell yeah! Der dreckige, alte Rock’n’Roll lebt noch. Schön. Man riecht fast den Staub der Straßen und das schweißige Leder, wenn man den drei Norwegern beim Schrammeln zuhört. „From Dirt“ ist das vierte Album der 1998 in einem kleinen Vorort Oslos gegründeten Band. Faulheit kann man Æyvind Osa (Vocals/Bass), Thomas Fredriksen (Drums) und Anders Gjesti (Guitar) wirklich nicht vorwerfen, haben sie doch die Zeit, in der sie nicht im Studio waren, genutzt, um der Welt ihren Sound live näher zu bringen. Bestätigung für ihre Mühe bekamen sie durch die Nominierung für das beste Metal Album – ihren zweiten Longplayer „Solid Rest“ - 2003 von den Norwegischen Alarm Awards. 2005 konnten sie diesen Award mit ihrem dritten Album „The Search“ sogar mit nach Hause nehmen. Mit „From Dirt“ kommt nun der vierte Knaller in die Läden, und wie es scheint, wird dieses Album genauso intensiv betourt wie seine drei Vorgänger.
Schon bei den ersten Tönen des Openers „Beyond Redemption“ machen El Caco klar, wo der Hammer hängt. Die leicht quäkige, typisch rockige Stimme Osas wird von einem relativ eingängigen und im Ohr hängenbleibenden Soundteppich unterstützt. Das Ganze geht so in die Richtung Foo Fighters, und ist auf jeden Fall vielversprechend. Weiter geht’s mit „The Ones Remaining“, welches eine unglaublich elementare Kraft und Stärke ausstrahlt, ständig wechselnd zwischen scheinbar ruhigen, die Wut unterdrückenden und schnelleren, brutaleren Parts. Die Drums und Osas drängende, kräftige Stimme befehlen dem Hörer fast schon, sich zu bewegen und die Saiteninstrumente geben den letzten Kick. „Crash & Burn“ lässt nichts anbrennen und macht da weiter, wo der zweite Track aufgehört hat. Basslastige Zwischenparts sowie eingestreute verzerrte weibliche Gesangstücke geben dem Lied zusätzlichen Pep. „Solid Rest (Seasonal Affective Disorder)“ besticht durch die Mischung von einfachem Rotz-Rock, welcher das ganze Album über im Vordergrund steht, und mitreißenden Melodien. Dieser Song hat 100%iges Hitpotential, bleibt er doch direkt im Kopf hängen und lässt trotzdem nicht an Tiefgang missen. „Shadows of Undone“ ist dann wieder eine eher eingängige, in sich geschlossene Rockkomposition, bei der die für El Caco typischen Komponenten von wechselndem Tempo und Instrumentenintensität wiederzufinden sind. Der sechste Track macht seinem Titel alle Ehre. Einem Zusammenbruch nahe spielen sich Æyvind und seine Kumpanen durch die Gehörgänge des Hörers, und das auf eine so rotzig-geniale Art und Weise, dass man am Liebsten selber sofort eine Gitarre in die Hand nehmen und loslegen würde. Und auch der Titelsong kommt fetzig aus den Boxen, wobei er im Ganzen gesehen eher zu den langsameren Nummern des Albums gehört. „Code Red“ ist da wieder aggressiver, die Gitarren werden stärker strapaziert und Drums und Bass gehen eine zum Headbangen animierende Symbiose ein. Das so süß klingende „Honey Tree“ hat es in sich. Im Tempo zwar runtergefahren, besitzt es eine unterschwellig umso stärkere Kraft, die sich darin auswirkt, dass man diesen Song noch Stunden später im Ohr hat. Mit „Love Delayed“ wird noch mal alles gegeben, und wer denkt, dass die Musiker zum Ende hin müder werden würden, hat sich geschnitten. Die weiße Flagge wird mit dem letzten Song zumindest laut Titel geschwungen, musikalisch gesehen hinterlässt der Track jedoch keineswegs einen schwachen Eindruck und man denkt so gar nicht an Aufgabe.
Für Hörer, die nichts gegen guten, dreckigen, einfachen und gleichzeitig facettenreichen Rock’n’Roll haben, ist dieses Album eine Goldgrube. Die Aussage, dass El Caco’s Sound verdammt nah an einen musikalischen Orgasmus grenzt, kann ich nur unterschreiben. So macht das Leben Spaß!

Tracklist

1. Beyond Redemption ***
2. The Ones Remaining ****
3. Crash & Burn ***
4. Solid Rest (Seasonal Affective Disorder) *****
5. Shadows Of Undone ***
6. Nervous Breakdown Hide & Seek ****
7. From Dirt ***
8. Code Red ****
9. Honey Tree ****
10. Love Delayed ****
11. White Flag ***
Punkte: 8,5/10 Julia K./ V.U. Anspieltipps: *****
Label: Black Balloon Records CD suchen bei

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