Exterminator "Slay Your Kind"
21.12.2006
Es heißt ja bekanntlich, aller guten Dinge seien drei, und da mir mit Exterminators „Slay Your Kind“ die dritte Eigenproduktion innerhalb kürzester Zeit vorliegt, bin ich gespannt, ob das Sprichwort auch hier zutrifft. Doch leider muss ich feststellen, dass die belgische Combo trotz, oder gerade wegen ihrer über 15 jährigen Existenz kaum einen eigenständigen Sound besitzen. Da zählen auch die 3 Jahre Zwangspause nicht als Entschuldigung. Was in der Info noch als „modern und zeitgemäß, gepaart mit traditionellen Einflüssen à la Kreator oder Sodom“ gepriesen wird, hört sich wie ein Abklatsch eben genannter Bands an. Wenn man dieses Album als Hommage an das A und O der Death- und Thrash Metal Szene interpretieren wollen würde, sähe die Sache vielleicht ein wenig rosiger aus, denn wie man ordentliche Riffs vom Stapel lässt wissen die vier Jungs von Exterminator durchaus. Wenn man das vorliegene Album allerdings als eigenständiges Stück Musik ansieht, muss ich eindeutig sagen, dass mir die Innovation fehlt.
Nach dem Titeltrack, der genau genommen ein halbminütiges Flüster-Intro ist, geht es mit „Road Crash Rellion“ los. Mit druckvollen Gitarren, hetzenden Beats, abgehackten Einschnitten und dem so typischen Growling, über welches nicht mehr gesagt werden kann als dass es ... typisch ist, fängt das Album zwar nicht schlecht, aber doch sehr im Graubereich, soll heißen, nichtssagend, an. „Rimordial Law“ lässt sich direkt zu Slayer stecken, sich wiederholende und schnell einprägende Riffs erinnern an „Reign in Blood“. „Inside The Pyramid“ ist – Überraschung – ein im orientalischen Stil gehaltenes, sich an Nile orientierendes Stück. Ein netter Refrain, und ein sich (in positiver Hinsicht) ins Hirn fressendes Riff machen diesen Song zum Hinhörer. Dieses störende Gefühl, alles schon einmal gehört zu haben, will einfach nicht verschwinden, und obwohl das spielerische Niveau Anerkennung verdient, stellt sich bei mir schnell Langeweile ein.
„The Human Vermin“ ist refrain-technisch nett anzuhören, mit ähnlichem Ohrwurm-Charakter wie der vorherige Song, ansonsten jagt er relativ arm an Glanzpunkten durchs Gehör um einen mit „Cannibalistic Paranoia“ allein zu lassen. Kannibalen? Klingt nach Urwald? Unterlegt mit Kriegsgeschrei, oder was auch immer es darstellen soll, sowie mit exotischem Getrommel, fühlt man sich auch fast dorthin versetzt. Erinnert an Sepultura, ist aber eher nervig als exotisch-spannend. Und das über sieben Minuten lang...“Black Dominion Of The Old Dragon“ klingt da schon frischer und spritziger, ein wenig nach den guten alten Zeiten von In Flames, wobei die Belgier bei bisher jedem Lied nicht an die Originale heranreichen konnten.
„732 Poitiers“ kommt im folkloristischen Gewand daher und darf bilateral genannt werden, denn nach ungefähr 2/3 des Liedes switcht man vom Englischen zum Französischen und erzählt von Liebe und so, glaube ich. Mein Französisch war schon mal besser, und zur Verbesserung des Songs trägt es nicht unbedingt bei.
„La Souffrance“ nun darf getrost als absoluter Schwachpunkt angesehen werden. Wenn ich schon bisher nicht begeistert war, so bin ich nun regelrecht erleichtert, die Platte aus meinem CD-Player zu holen. Sehr komische weinerliche Vocals und eine tüdelige Schmalz-Melodie lassen diesen letzten Song mehr an Volksfest als an eine Metal-Scheibe erinnern.
Fazit? Kauft euch lieber die Originale als diesen Abklatsch.
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