Festering Saliva "Realm Of The Forgotten"
1.3.2007
1997 gründete sich im Osten Münchens eine Band namens "Arbitrary Bloodshed", deren Ziel es war die Welt mit brutalem Death Grind zu überrollen. Nachdem man ein Jahr später den Namen in "Festering Saliva" änderte, veröffentlichte man 1999 das Demo "Old Christian Soul". Nach der Veröffentlichung des Debüts "The Isle Of Nightmares" im Jahr 2001 formierte sich die Band neu was auch zu einem Stilwechsel führte. Von nun an verschrieb man sich der Tradition des schwedischen, amerikanischen und britischen Death Metal und nahm 2004 das nun vorliegende Werk "Realm Of The Forgotten" auf.
So viel zur Vorgeschichte, kommen wir nun also zum Wesentlichen, dem Nackenbrecher "Realm Of The Forgotten":
Das Intro "Left In Ashes" entführt einen auf einen Kriegsschauplatz: Hubschrauberlärm, Geballer, dazu eine Stimme, die über Lautsprecher befiehlt "die Anzahl der Feinde zu reduzieren" und den Planeten "in Ashes" zurückzulassen. Aha, na gut....
Der "Military Song" ballert dann direkt voll auf die zwölf und Sänger Roland Wagner röhrt über den Knüppelteppich wie ein grunzender Berserker. "Realm Of The Forgotten" überrascht im Gegensatz dazu mit sehr ruhigen Parts zwischen den Knüppelsalven. Der Song klingt sogar ganz leise nur mit Akustik-Gitarre und weiblichem Flüstern aus.
"Your Revenge" bollert nach diesem ruhigen Zwischenspiel dann aber wieder wie eine Dampfwalze los, wohingegen "Awaiting The Suffering" es wieder etwas ruhiger angehen lässt. Langsame Gitarrenläufe leiten den Song ein, bevor es nach einer guten Minute anfängt loszuballern.
Alles in allem aber ein Song der melodiöseren Art. "On Your Knees" knüpft knüppel-technisch nahtlos an den Vorgänger an und ist auch relativ eingängig. Mit "A Napalm Way To Live" geht es mit einem richtigen Brett weiter. Zerstörung pur! Nach einem Schuss geht es wieder sehr ruhig und besinnlich (!) weiter. Eine einsame Klampfe lässt den Song wunderschön ausklingen. "Drowning In A Pond Of Fear" bricht anschliessend wieder gnadenlos über den Hörer hernieder bevor "Reasonless Hate" das Album beendet. Hier haben wir wieder ein weiteres Brett, welches erneut mit einem kurzen, ruhigen Melodiebogen endet, der mit der uns schon bekannten Stimme vom Intro nur die zwei Worte "Enemies destroyed" gefolgt von einem Kanonenschuss entgegenballert. Naja.
Ich muss ja sagen, dass mich dieses Konzept von Krieg und Zerstörung nicht gerade sehr anspricht, aber es geht ja hier vorrangig um die Musik.
Wer Death Metal mit Thrash- Anleihen mag, der darf hier wohl gerne zugreifen. Nettes Album.
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