Fjoergyn "Sade Et Masoch"
4.9.2007
Nachdem das Erstwerk von Fjoergyn, "Ernte im Herbst", bereits viele positive Kritiken einheimsen konnte, gibt´s nun mit "Sade et Masoch" den lang erwarteten Nachfolger.
Da ich ehrlich gesagt noch nie zuvor etwas von dieser Band gehört habe, bin ich doch sehr überrascht, was mir da aus den Boxen entgegen kommt.
Es ist wahrlich kein einfaches, dieses Klangebilde korrekt in einer Schaublade unterzubringen.
Daher erspare ich mir auch jegliche Versuche dieses Werk zu kategorisieren, da hier von Black Metal über Pagan Metal, Klassik, Gothic und Avantgarde wirklich alles zu finden ist.
Dieses Album ist wahrscheinlich zu extravagant, als das ich es mit meinen eigenen Worten passend beschreiben könnte.
Vor allem die deutschen Texte, und die absolut komplexen Songstrukturen sind das, was bei mir wahrscheinlich in Erinnerung bleiben wird.
Mir persönlich aber erscheint das alles zu bombastisch, zu verspielt, und zu progressiv. Auch im Musikbereich ist oftmals die Devise gültig: „Weniger ist manchmal mehr“.
Ich erspare es mir auch deshalb, auf die einzelnen Stücke explizit näher einzugehen. Lediglich der Track“ Ich sah den Himmel weinen“ hat es erreicht, sich mehrmals in meinen Player zu wiederholen.
Meiner Meinung nach verlieren sich viele Stücke in Ihrer eigenen Songstruktur, so dass man hier und da doch den roten Faden vergeblich sucht.
Aber wahrscheinlich ist das so gewollt, wenn Keyboards und eine Vielzahl anderer Instrumente um die Hauptrolle in den Stücken streiten. Leider verliert die Gitarre viel zu oft, und folgt nur mitleidig den viel zu dominanten Keyboardklängen.
Als ein dickes Plus ist hier jedoch die Eigenständigkeit und der Mut zu deutschen Texten anzuführen. Man könnte hier Bands wie Lacrimosa oder auch Falkenbach zum Vergleich heranziehen, aber das würde dem Album nicht gerecht werden.
Ehrlicherweise muss ich gestehen, das Fjoergyn mit „Sade et masoch“ eigentlich gar nicht meinen Musikgeschmack treffen, es aber dennoch geschafft haben, einen bleibenden Eindruck bei mir zu hinterlassen.
Ich bin mir sicher, dass die eingefleischte Fangemeinde Fjoergyns dieses Album lieben und verehren wird.
Schlussendlich werde ich dieses Album denjenigen empfehlen, die schon sehnsüchtig auf diese Veröffentlichung gewartet haben, oder solchen die im immer auf der Suche nach extravaganten, grenzüberschreitenden Neuerungen im großen Reich des Heavy Metal sind.
weitere CD-Reviews »»
