Metal CD Review

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Funeral "From These Wounds"

Funeral - From These Wounds - CD-Cover

13.12.2006
Vier Jahre lang herrschte bei Funeral totale Funkstille: Bassist Einar Frederiksen verstarb im Jahr 2002 und auch der langjährige Gitarrist Christian Loos schied erst kürzlich dahin, was die Band nicht nur persönlich aufwühlte sondern sie natürlich auch zu Umbesetzungen zwang.
Des weiteren verabschiedete man sich von den operettenhaften Sangeskünsten von Sängerin Hanne Hukkelberg und stellte statt dessen Sänger Frode Forsmo ( MINAS TIRITH ) ein, dessen besonderes stimmliches Merkmal ein schweres, monastisches Timbre ist.
So führt Norwegens Kult-Doom Band den Doom Metal Kreuzzug mit ihrem dritten Studio Album "From These Wounds" nun weiter, um ihrem Ruf als "depressivste Band der Welt" ein weiteres Mal gerecht zu werden.
Die Erfinder des "Funeral Doom" - Genres zeigen auch auf diesem Werk einmal mehr, wie man in schönster Weise trauern kann.
Die nur sieben Songs des Albums bringen es auf eine knappe Stunde Laufzeit, die Länge der einzelnen Songs variiert zwischen sechs und neun Minuten, was sie teilweise ziemlich langatmig wirken lässt.
FUNERALs Markenzeichen sind, typisch für dieses Genre, düstere Riffs und ein schleppender Rhythmus, wobei die Band an manchen Stellen doch etwas an MY DYING BRIDE erinnert. Laut Pressemitteilung geht man aber nun erwachsener und gesetzter zu Werke, was ich so stehen lassen muss, da ich ihre früheren Werke nicht kenne.
"This Barren Skin" ist der Opener des Albums, welcher mit engelsgleichen Chören die nächste knappe Stunde Melancholie einleitet. Es geht schwermütig weiter, jedoch gleichzeitig sehr eingängig und melodiös und natürlich trotz allem depressiv wie es bei Doom Metal nun mal so ist. Ausserdem gibt es eine Menge Akustikgitarre und viele chorale Parts.
Der zweite Song "From These Wounds" wird von düsteren Riffs eingeleitet. Insgesamt ein noch dunklerer, langsamerer und depressiverer Song als Nummer eins. Doch "The Architecture Of Loss" toppt in Sachen Langsamkeit seine Vorgänger noch und ist für meinen Geschmack doch teilweise ein wenig ZU schleppend, genau wie der nächste Song "Red Moon".
Bei "Vagrant God" hingegen wache ich wieder auf. Die Riffs sind zwar immer noch schleppend und schwer und die Gitarrenwände scheinen mit dem gesamten Leid der Welt auf einen hernieder zu stürzen, doch der Refrain ist eingängiger und lässt einen klitze-klitze-kleinen Sonnenstrahl durch die dunklen Wolken der Hoffnungslosigkeit scheinen. Diese ziehen sich aber bei „Pendulum“ wieder komplett zu und scheinen noch einen Tick grauer zu werden. Man hat hier anfangs wieder das Gefühl in der Kirche zu sitzen und vom monotonen, monastischen Sing-Sang des Priesters eingelullt zu werden. Auch der letzte Song „Saturn“ macht in Sachen Trauer keine Ausnahme- Depression bis zum letzten Ton.
Insgesamt ein schönes Album, auch wenn ich kein grosser Freund dieses Genres im Allgemeinen bin, da ich es doch härter oder zumindest ein bisschen „fröhlicher“ und schneller mag. Aber all diejenigen, die KATATONIA, MY DYING BRIDE und ähnliche Trauerklösse mögen, finden bestimmt auch an „From These Wounds“ Gefallen.
Auf jeden Fall der absolut perfekte Soundtrack zur düstersten Zeit des Jahres, in der wir uns zufällig genau zu diesem Zeitpunkt befinden !

Tracklist

01. This Barren Skin*****
02. From These Wounds**
03. The Architecture Of Loss**
04. Red Moon**
05. Vagrant God****
06. Pendulum**
07. Saturn**


Punkte: 6,5/10 Nadine / V.U. Label: Tabu Recordings
Anspieltipps:***** CD suchen bei » CD bei Hitflip tauschen

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