Gang Loco "No better Tomorrow"
7.1.2008
Große Erwartungen werden geschürt, wenn man sich den Beipackzettel dieser Veröffentlichung ansieht. Von Metal und Punk, 70er-Glam Rock und Progressive Rock ist da die Rede. "Gang Loco konservieren Momente des Wahnsinns für die Ewigkeit" heißt es da. Ohhh, denkt man sich, das knallt bestimmt. Und die ersten Riffs die die heimische Anlage verlassen sind sogar viel versprechend. Aber dann stellt sich schnell die Erkenntnis ein, dass der Metal-Anteil sich in äußerst überschaubaren Grenzen hält, von vertontem Wahnsinn kaum was zu spüren ist, und von Progressive-Rock will ich erst gar nicht reden.
Unterm Strich bieten „Gang Loco“, mit ihrem Mastermind Gale Anderson eine leicht Metal-Angehauchte Punk-Rock Scheibe, die zwar etwas härter als die Genre Kollegen klingt, aber ansonsten das Feuer auch nicht neu entdeckt. Zwar kommen in „Ignored“ und den folgenden Songs, einige ruppige Riffs zum tragen, und hier kann ich mit gutem Willen auch eine dezente progressive Ausrichtung ausmachen, hat man mit „It’s no good“ einen bekannten „Depeche Mode“ Song gecovert, das aber nicht gerade eindrucksvoll, aber so richtig Aufsehen will die Chose nicht erregen. Zum Glück kommen gegen Ende der Platte dann noch einige griffige, Ideen im Songwriting auf, die das Ganze in gewisser Weise interessant machen. Hier und da ein schickes Eighties-Solo, ein paar kernige Riffs, sogar Growls packt Herr Anderson in „School Wars“ aus. In „Fear“ greift noch mal waschechter Heavy Metal ins Geschehen ein bevor man es mit „Bad Mojo“ eher verhalten ausklingen lässt.
Wer folglich an einer Scheibe Interesse hat, die mit meist harmloser Gesangsdarbietung, ordentlich runtergezocktem Punk, und zum Ende hin vermehrt auftauchenden Metal-Versatzstücken aber gänzlich ohne den versprochenen Wahnsinn und die angekündigte Düsternis (aber vermutlich bin ich was das angeht durch zu viel Black-Metal abgestumpft) auskommt, sei herzlichst dazu angehalten sich „Gang Loco“ mal zu Gemüte zu führen.
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