Graveworm "Collateral Defect"
8.5.2007
Abum Nummer 5 der Tiroler „Graveworm“ stellt erneut eine ordentlich knallende Symbiose aus harschem Black / Death Metal mit gotischer Keyboarduntermalung dar. Härter als alles, was „Graveworm“ bisher veröffentlicht haben. Allerdings entwickeln sich „Graveworm“ innerhalb eines Genres, das seine Hochphase Ende der Neunziger des letzten Jahrhunderts hatte. Wie gefragt ihre Musik heute noch ist, bleibt als Frage im Raum stehen un die sollte sich jeder selbst beantworten. Handwerklich kann man gegen Songs wie „Touch of Hate“ „Bloodwork“ oder „Out of Clouds“ nichts sagen. Die Riffs sind sauber gespielt und hauen treffsicher mitten in die Fresse und die Darbietung von Keyboarderin Sabine Mair akzentuiert die Musik des Sextetts mustergültig. So wirklich will die düstere, mystische Atmosphäre die im Infoblatt beschworen wird aber nicht aufkommen. Zu glattgezogen und statisch wirkt die Black / Gothic-Metal Aufführung der Damen und Herren. Zwar musiziert man auf hohem Niveau, bietet aber keine wirklich herausragenden Momente die das Album essenziell für den Hörer machen würden. Lediglich der langsame, von Streichern getragene Schlussteil von „The Day I die“ oder die cleanen Vocals in „Fragile Side“ stechen heraus. Wirklich erwähnenswert wäre vielleicht das ausnahmsweise wirklich düstere, abwechslungsreiche und hervorstechende „Scars of Sorrow“.
Dann ist da noch die Sache mit dem Cover von Bonnie Tylers „I need a Hero“. Wenn schon Coverversionen, dann sollte man ihnen schon ein interessantes neues Gewand verpassen. Allerdings muss man bei „Graveworm“ nur die Musik und das zu covernde Stück kennen, um sich ausmalen zu können, wo die Sache hinführt. Als Gimmik im Live-Programm nicht schlecht, aber auf einem Album nicht wirklich nötig. Zum Abschluss spendiert man uns noch eine überzuckerte Gothic-Instrumentalnummer Namens „Memories“ die, handwerklich wieder gut gemacht, aber eintönig, über 6 Minuten vor sich hinplätschert. Wären nicht die songwriterischen Defizite hätten wir hier einen echten Hochkaräter. So aber bleibt es bekannte Ware einer Band die sich in den Grenzen eines Genres weiterentwickelt, welches selbst schon seit der zwischenzeitlichen Auflösung von Crematory auf der Stelle tritt. Sorry.
weitere CD-Reviews »»
