Häive "Mieli Maassa"
13.12.2007
Kaum eine Band möchte gerne in eine Schublade gesteckt und mit anderen Bands verglichen werden. Da überlegt man sich lieber ganz schnell ein neues Genre um sich abzugrenzen. Im konkreten Fall bedeutet das hier, dass auf der Presseinfo unter Genre ‚Wistful Finnish Heathen Metal’ zu finden ist.
Häive ist ein finnisches Ein-Mann-Projekt von Varjosielu, gestartet 2002. Drei Demos wurden bisher aufgenommen, gefolgt 2007 von einer Split CD mit Wyrd und Kehrä und dem ersten Album „Mieli Maassa“, um das es hier grade geht.
Ich bin mit einer gehörigen Portion Skepsis an die CD rangegangen: ein selbsterdachtes Genre und eine einzige Person, die ganz alleine Elektrik- und Akustikgitarre, Drums, Bass, Kantele (selbstgemacht...), Klavier und Mundharfe eingespielt hat und dann auch noch für die Vocals zuständig ist. Ich bin positiv überrascht worden.
Es geht los mit „I Raina“, einem ruhiges, melodiösem Intro. „II Raina: Virvatuli – Metsänpeittoon“ besticht durch einen kräftigen, melodiösen, aber auch simplen Gitarrenlauf. Die Vocals ähneln ein wenig dem „typischen“ Black Metal Gekreische, sind aber eher gesprochen. Song drei, „III Raina: Metsäläinen“, ist zwischendurch mal etwas schneller, ansonsten ist auch hier wieder die Gitarre im Vordergrund, die eine klare Melodie spielt. „IB Raina: Yömyrsky“ beginnt mit Geflüster, geht dann in einen ruhigen Song über mit „richtigem“ Gesang, wird dann kräftiger und die gewohnten Vocals tauchen wieder auf. Allerdings sind sie glasklar, sodass ich sie auch als Nicht-Finne problemlos verstehe. Der vorletzte Song, „B Raina: Takaisin Koskemattomaan Metsään“, hat eine raue, eingängige und simple Grundmelodie und wird hin und wieder von ruhigen Parts unterbrochen. „BI Raina: Kurjat Kurjet“ ist mit fast elf Minuten der längste Song des Albums. Eingeleitet wird er mit einem relativ langen Akustik-Intro, das dann in einen kräftigen, fast dreckigen, Song übergeht. Zwischendurch gibt es noch mal einen instrumentalen Teil, teilweise auch rein akustisch. Kranichgeschrei wird mittendrin auch eingespielt. Der Song ist zwar eigentlich recht kurzweilig, kann mich aber trotzdem nicht ganz überzeugen.
Außer dem ungewohnten Genre verrät die Presseinfo auch, dass Häive von der finnischen Natur und kulturellem Ursprung beeinflussten „pagan hearted Metal“ spielt. Das trifft den Nagel auf den Kopf. Deshalb kann ich „Mieli Maassa“ auch ruhigen Gewissens jedem Pagan Metal Fan empfehlen.
Eigentlich schade, dass es als Ein-Mann-Projekt etwas schwierig ist zu touren, sonst würde ich mir das ganze auch bestimmt mal live anschauen.
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