Handful of Hate "Gruesome Splendor"
1.3.2007
Rasend schneller, melodischer Black Metal kommt aus dem verschneiten, kalten und rauen Schweden. Könnte man meinen, ist aber nicht immer so. In Falle von „Handful of Hate“ kommt er aus dem sonnigen, klimatisch angenehmeren Italien. Wie? Italiener können nur Gedudel? Zuviel Rhapsody gehört was? Handful of Hate spielen nämlich echt geilen, bestialisch schnellen Death/Black Metal der technisch brillant in Szene gesetzt ist und mit Tiefgang sowie komplexen Strukturen punktet. Zwar auch mal stampfend heavy, aber meistens voll auf die Zwölf.
„Livid“ heißt der Opener, und der macht schon mal keine Gefangenen. Hier wird die Marschrichtung vorgegeben und dann auch größtenteils beibehalten. „Handful of Hate“ ballern mit kompromissloser Härte los und entfachen ein Inferno aus Dark Funeral-Raserei, Morbid Angel-Riffing und Immortal-mäßiger Eiseskälte. Kein Keyboardgefiedel, keine möchtegern-nordischen Folkmelodien und kein an die „Elite“ anbiederndes Darkthrone Gerumpel. Die Geschosse von „Handful of Hate“ sind gut produziert und durchgehend abwechslungsreich. Ob nun „Used to Discipline“ „Reproach and Blame“ oder das überragende „Grotesque in Pleasure, Rotten in Vice“, dessen Anfang mich ein bisschen an „Tyrants“ von Immortal erinnert, alles hat Hand und Fuss und nachvollziehbare Songstrukturen. Jeder Schwarzheimer, der auf Marduk, Dark Funeral oder Belphegor steht, wird das Höllenkommando vom Mittelmeer sicher ins Herz schließen. Songtitel wie „Tied, Whipped... Edjucated“, „Whiplaw“ oder „Ejaculation Dementiae“ geben auch noch ein bisschen Aufschluss über die Lyrische Komponente von „Handful of Hate“. Und eben jener letzter Song schafft mit seiner morbiden Orgie aus monotonen Riffs und apokalyptischen Schmerzensschreien ein schwarzmetallisches, krankes Klangkonstrukt in bester „Khold“-manier. Wer sich also mal wieder so richtig überrollen lassen will, der kann sich ohne groß nachzudenken von Nicola (git,voc), Matteo (Bass), Geny (git) und Gionata (dr), so die Namen der vier Herren, ihre brachialen Brandbomben vors Fressbrett zimmern lassen. Zwar gibt es in diesem Genre schon einen Haufen Bands die ebenfalls in dieselbe Kerbe hauen, aber „Handful of Hate“ haben, denke ich zumindest, genügend zu bieten, um sowohl Fans als auch aufgeschlossene Extremmetaller auf ihre Seite zu ziehen.
Was also im Norden nicht mehr so hinhaut, da man sich lieber auflöst, ausruht oder selbst übern Jordan schickt, wird jetzt erstmal von der Südseite Europas erledigt. Ich kann jedem nur dringend empfehlen sich mal mit dieser Horde Kampfhunde anzulegen. Mal sehn ob ihr die 35 Minuten lebend übersteht.
weitere CD-Reviews »»
