Hanging Garden "Inherit the Eden"
3.4.2007
Als ich die CD bekam, wusste ich zunächst überhaupt nichts mit diesem wundersamen Namen „Hanging Garden“ anzufangen, bis auf die Tatsache, dass die Hängenden bzw. Schwebenden Gärten als eines der sieben Weltwunder auf unserem Planeten gelten, denn sie lagen in der Trockenebene von Babylon, wo sie erstaunlicherweise in prachtvoller Blüte standen, was an einem solchen Ort eigentlich nicht möglich sein sollte.
Auch die Musik der finnischen Band Hanging Garden lässt sich quasi als ein neuerliches Weltwunder bezeichnen, denn auf „Inherit the Eden“ eröffnet sich beim Anhören ein purer Bombast an imposantem Doom-Sound, der einen aufs Sofa schmelzen lässt. Ich habe selten so einen großartig suizidgefährdenden, schleppenden und doch in gleicher Weise kraftvollen Klang innerhalb dieser Musiksparte entdeckt, der diese Scheibe zu einem einzigartigen Werk aus Trauer und Verzweiflung hervorhebt. Dies dürfte jedem Fan von Gothic- und Doom-Metal direkt während der starken Songs „Sleep of Ages“ und „As the Circle fades“ auffallen, die einem jegliche Kraft rauben und alles aus den Tränendrüsen herausdrücken.
In erster Linie muss ich hierfür den fantastischen Growler loben, denn seine Stimme nimmt auf der Scheibe einen immensen Teil der Songs ein, was eher ungewöhnlich für diese Art Musik ist, in der lange Gesangspausen ja eher groß geschrieben werden. Aber gerade der gut ausgelastete Sänger gibt diesem Album seinen großartigen Charakter, der nichts an emotionaler Schwere einbüßen lässt! Die kurzen Instrumentalphasen unterstreichen dies sehr schön und lösen die Songs in ein angenehmes, beinahe kurzweiliges Hör-“Vergnügen“ auf, das nicht einmal durch das reine Instrumentalstück „Ethereal Passing“ gestört wird. Die Gitarren- und Keyboardparts unterbrechen hier, wie auf dem Rest von „Inherit the Eden“ auch, ihren eigenen atmosphärisch polsternden Klang durch dynamische und abwechslungsreiche Abschnitte, die sogar teilweise Aggressivität aufweisen, und somit ganz klar verdeutlichen, dass diese CD keine künstlich in die Länge gezogene Kaugummimasse von Instrumentalparts benötigt, um ein zum Sterben schönes Opus von großem Einfluss auf die Doom-Szene zu sein. Einfach großartig!!!
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