Hellsaw "Phantasm"
27.11.2007
Hellsaw aus Österreich bescheren dem geneigten Hörer Black Metal in bester Manier. Auf ihrem dritten Output in fünf Jahren zelebrieren die Herren Aries und Svart das was man gemeinhin wohl als lupenreine schwartzmetallische Klangkunst bezeichnet.
Dabei versteifen sie sich nicht auf pures Geknüppel, sondern würzen ihren durchaus gelungenen Sound zudem noch mit verschiedenen Einflüssen. Akustik-Parts und geflüsterte Passagen wie man sie leider selten im BM-Underground findet ersticken jede Form von Langeweile im Keim.
Auch legt man sich hier nicht auf Black Metal eines bestimmten Herkunftsgebietes fest. Raserei wie sie bisweilen in Schweden Gang und Gäbe ist wechselt sich mit der zähen Finsternis norwegischer Klangerzeugnisse ab. Vor allem ist der Sound ein echter Volltreffer. Klar produziert mit der nötigen Menge Rohheit pfeffern einem die Hassbatzen hier um die Ohren. Vor allem Aries’ Gesang ist vortrefflich in Szene gesetzt, untermauert von knackigen Drums und astreiner Gitarrenarbeit. Vor allem ist hier mal wieder eine Band am Werk, die hervorragend aufzeigt, dass man auch ohne Keyboardkitsch episch klingen kann. Wie zum Beispiel in „So far...“ welches mit seiner Melodieführung für BM-Verhältnisse fast fröhlich anmutet, und gänzlich ohne Gesang daherkommt. Oder nehmen wir das folgende „The inner revenge of Nature“ mit seinen traditionellen Metalriffs. Das ist Black Metal, wie er kreativer und spannender kaum dargeboten werden kann, ohne die Wurzeln zu verleugnen.
Angesichts dieser Fakten, dem wohldosierten Gleichgewicht aus blanker Raserei und finsterem Schönklang, und der gelungenen Produktion auf einem Album ohne Tiefpunkt, aber auch ohne ganz große Knaller kann ich dieses Werk jedem Blackie da draußen getrost weiterempfehlen. Wer also noch Platz in seiner Sammlung hat, für ein äußerst schickes Stück schwärzester Musik kann zugreifen.
weitere CD-Reviews »»
