Icon In Me "Human Museum"
2.6.2009
Hm..die Tatsache, dass Icon In Me bereits bei den anliegenden Bandinformationen als „Modern Thrash Metal“ bezeichnet werden, macht mich ehrlich gesagt schon ein bisschen stutzig, da dieses Genre heutzutage gerne von Bands oder Plattenfirmen als umschreibender Begriff für die Richtung Metalcore genutzt wird. Andererseits gaben sich Berühmtheiten wie Steve Smyth (ex-Nevermore, Testament) oder Andy Solvestorm (Within Y, Evildoer, Cipher System) die Ehre als Gastmusiker auf „Human Museum“ mitzuwirken und auch Produzent Jacob Hansen, welcher in Metal-, bzw. Musikerkreisen nicht ganz unbekannt ist (u.a. Destruction, Mercenary) erklärte sich bereit den Jungs bei ihrem Debut-Album zur Seite zu stehen und ihnen sein in hollandstehendes Studio Hansen Records zur Verfügung zu stellen.
Nunja.. Bekannte Namen hin oder her – hier geht es um die Musik und um diese werde ich mich nun auch kümmern.
Der Opener „Dislocated“ beginnt mit viel Computer und geht dann anschließend in Doublebass-Geballer, groovige Gitarrenriffs und kreischenden Gesang über. Das Instrumentale gefällt mir eigentlich sehr gut, doch dieser Gesang – scheiße. Wenn ich Bullet For My Valentine hören will, fahr ich auf irgendein Kommerzfestival, die erzählen mir wenigstens nichts vonwegen Thrash Metal. Ihr fragt euch sicherlich, was am Gesang so schlimm zu sein scheint. Zwischen dauerhaftem Gekreische, was meiner Meinung nach alleine nicht einmal schlimm wär, ertönen nach einiger Zeit jetzt auch noch Jaultöne, welche wahrscheinlich Cleangesang darstellen sollen. Leider zieht dieser Aspekt mein Anfangs einigermaßen gutes Bild von Icon In Me in den Dreck und plötzlich gefallen mir auch Gitarrenriffs und Drums nicht mehr, da alles zusammen wirklich eher auf Metalcore schließen lässt.
Track 2 mit dem Namen „That Day, That Sorrow“ lässt mich erneut stutzen, da sich die schwedisch/russischen Jungs echt eine komische Musikrichtung zusammenwürfeln. ich versuche es für euch mal ein wenig verständlicher zu machen: Stellt euch einfach Mischung aus Hatebreed, The Berzerker und irgendeiner 0815-Metalcorebiand vor, dann habt ihr etwa den Sound von Icon In Me. Könnt ihr euch nicht vorstellen? Seid froh!
Lied Nr. 3 wird von Drummer Morten eingeleitet, bis dann schließlich groovige Gitarrenriffs zu hören sind. Als der Gesang einsetzt, bekomme ich immer mehr Hass auf die „Möchtegern-Thrasher“, da sich dieser Mist eher nach Hardcore oder Nu Metal der Marke Korn anhört.
Der folgende Track „Empty Hands“ beginnt relativ ruhig, geht dann aber schnell in verzerrte Gitarren, Rumgebrülle und druckvolles Gedrumme über. Nach kurzer Zeit kommt wieder Cleangesang zum Einsatz, welcher sich immernoch genauso schrecklich anhört wie in den vorangegangenen Songs.
In den folgenden Liedern ist keine großartige Veränderung der Musik zu hören, was eigentlich schade ist, da das Album sehr gut produziert zu sein scheint und einen knackigen und sauberen Sound aufweist. Das Einzige was vielleicht noch erwähnenswert sein könnte ist, dass Stück Nr. 8 „In Memorium“ ein rein instrumentales Lied ist.
Fazit: Das Album ist gut produziert, jedoch eher Core als Metal. Was will man mit so einer Musik? „Modern Thrash Metal“..pff, dass ich nicht lache. Schade, dass eine so geile Musikrichtung von Bands wie Icon In Me so in den Dreck gezogen wird. Metalcorer, bleibt wo ihr seid und versucht nicht Musik in Anspruch zu nehmen, von der ihr keine Ahnung habt.
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