Ihsahn "After"
21.1.2010
Großes Kino kündigt sich da am Anfang dieses Jahres schon an. Ex-EMPEROR Mastermind IHSAHN hat mit „After“ den letzten Teil seiner Trilogie-Progressiv-Reihe auf die Welt gebracht. Gut anderthalb Jahre nach dem Vorgänger „AngL“ setzt IHSAHN nun mit „After“ nach, und hat sich dafür wieder gleiche Mannschaft ins Boot geholt, nämlich Bassist Lars K. Norberg und Schlagzeuger Asgeir Mickelson, welche beide zu SPIRAL ARCHITECT gehören. Mit dem Saxophonisten Jorgen Munkeby von SHINING hat sich der charismatische Frontmann einen Wunsch erfüllt, denn er wollte unbedingt seinen Sound mit einem Saxophon komplettieren. Und nach seinen eigenen Aussagen nach, hat Jorgen eine fantastische Arbeit geleistet und den früheren Black Metaller vollauf befriedigt.
IHSAHN´s „After“ ist ein wahrhaftiges Meisterwerk, und kann in einem Durchgang nicht vollkommen aufgenommen oder verstanden werden. Komplex sind die Songs, mit wundervollen klaren sowie screaming Vocals bedeckt, das Sax betörend und ausschweifend, die Gitarren schreddernd und hart und doch melodisch und progressiv. IHSAHN hat auf „After“ zum ersten Mal mit einer 8-String Gitarre gearbeitet, welche sich als eine Herausforderung sowie eine Bereicherung seiner musikalischen Bandbreite herausstellte. Mit „Austrere“ ist dem Norweger eine ausgezeichnete Ballade gelungen. Von Harmonie geprägt schwebt dieser Track dahin. Doch der Mann aus dem hohen Norden kann auch anders: „A Grave Inversed“ ist eine knallharte Nummer, die den Hörer aus seiner Traumwelt entreißt und ihn in die tiefsten Tiefen der Black Metal Welt entführt. IHSAHN hat es noch immer drauf, seine Stimme an die Grenzen des Möglichen zu bringen und sich dabei fast die Lungen aus dem Leib zu schreien. Das Saxophon ist auch hier mit von der Partie, es wird verwirrend und abgehackt eingesetzt und versetzt einen ins Erstaunen wie ein klassisches Jazzinstrument doch hervorragend zu harten Beats passen kann. OPETH Fans werden mit „Frozen Lakes on Mars“ ihre Freude haben, denn so streifen sich hier anmutige Gitarrenriffs mit Black Elementen und bashen mit einem unvergleichlichen Refrain aus den Boxen meiner Anlage.
Gemixt wurde das Album auf IHSAHN´s Wunsch hin von Jens Bogren, der auch für Silberlinge von Opeth und Katatonia zuständig war.
Fazit: IHSAHN ist mit „After“ definitiv ein Ausnahmealbum gelungen, das den Musikmarkt dieses Jahres auf ein neues Level bringt. Bewegend, fesselnd und berührend wird „After“ gewiss in Windeseile seine Liebhaber finden.
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