Illnath "The Second Skin Of Harlequin"
6.5.2007
Bereits 2004 eingespielt, bekommt die wartende Fanschar Illnath’s zweites Full-Length Album „Second Skin Of Harlequin“ nun endlich vorgelegt. Und da man auf dieses Stück so lange hat warten müssen, soll die Entschädigung im Form des dritten Albums „Three night in the sewers of sodom“ schon Ende 2007 erscheinen. Wenn das keine guten Neuigkeiten zum 10. Jubiläum der dänischen Melodic Metal Band sind...
Anfangs „nur“ eine einfache Black Metal Band, haben sich die fünf Dänen um Sänger „Narrenschiff“ zu einer facettenreichen, melodiebelandenen und abwechslungsreichen Gruppe gesteigert. Ob traditioneller 80‘er Heavy Metal, Melodic Death oder Black Metal, diese Band bringt Komponenten aus allen Stilen zusammen und braut sich daraus ihr ganz eigenes Gemisch. Und Sinn für aussergewöhnlich gestaltete Cover haben die Jungs auch noch, in diesem Fall grinst dem glücklichen Plattenbesitzer ein morbider, spielsüchtiger Punk-Harlekin in einer gotischen Kirche entgegen. Eine schöne Abwechslung zu den ewigen Skelett- und Feuer- Covern der Death Metal Kapellen.
Nach solch lobenden Eingangsworten nun aber endlich zu den Liedern an sich. Und auch, oder besser gesagt gerade, hier habe ich nur positives zu berichten. Die zwei markantesten Merkmale seien direkt zu Anfang erwähnt: Sänger Björn „Narrenschiff“ Holter’s herausragende Stimme und der kompakte, vielschichtige Melodienreichtum des Albums. Die Keyboards erinnern teilweise an Children of Bodom, doch insgesamt ist der Stil Illnath’s sehr viel majestätischer und pompöser als derjenige der finnischen Metaller.
Der Opener „And there was light“ beginnt dann auch schön pompös, es wird gegruntet, geschrien und die Gitarren liefern dazu eine direkt im Ohr hängenbleibende Melodie ab. Eingängig, aber alles andere als eintönig, dreht sich dieses Lied ins Ohr. Die nicht zu vergessenden Geschwindigkeitswechsel bilden das i-Tüpfelchen. Nach diesem beeindruckenden Start geht es mit „Virgin Soil“ nicht weniger stark weiter. Auf dem Keyboard wird kräftig rumgedudelt, die restlichen Instrumente verhindern durch ihre harte Gangart aber glücklicherweise den „Nerv-Faktor“, welcher bei solchen Tasteninstrumentaktionen ja schnell erreicht wird. Auf „Pieta“ kommen die Gitarren verstärkt zum Einsatz, auch hier ist das harmonische Zusammenspiel innerhalb der Band zu hören. „Sought by the fallen one“ beginnt mit einem Meeresrauschen, doch schnell dominieren wieder Gitarren, Drums, Bass, Keyboard und Narrenschiff’s durchdringende Stimme. Zu dieser Musik muss man sich einfach bewegen! Zwischendrin fährt die Band Härte und Geschwindigkeit zurück und legt dem Hörer einen herzzerreißenden Instrumentalteil vor. Bei „She is the plague“ gibt’s dann wieder kein Pardon, die Jungs spielen einfach alles an die Wand. Auf „Feathers shall fall“ wurden Zirkus-Musik-Elemente eingewoben, so dass dieses Lied, passend zum Cover, das Gefühl hervorruft, einer Freakshow beizuwohnen. Hier sind Einflüsse von Cradle of Filth unüberhörbar. Auf „Clockwork of time“ sind keine neuen Elemente zu finden, und doch mutet das Stück frisch und interessant an. Die Melodie erinnert ansatzweise an Nightwish, doch bevor ich großartig darüber nachdenken kann, an welches spezifisches Lied sie mich erinnert, geht es schon mit dem letzten Song „Book of sand“ weiter. Hier wird noch einmal Gas gegeben und ordentlich gezeigt, was Melodienreichtum heißt.
Dieses Album entführt den Hörer in eine bizarre Welt, angefüllt mit auf geniale Weise zusammengeführter Widersprüchlichkeit. Mit jedem Durchlauf eröffnen sich neue Elemente und Komponenten, und so wird dieses Album zu einer Goldgrube für die Ohren. Absolut empfehlenswerter Melodic Black Metal!
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